Bei Eltern regt sich Protest

Dringender Krippenbedarf: Bürgermeister hofft auf schnelle Kostenrechnung

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In Wildeshausen fehlt es derzeit an Krippenplätzen. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. - Foto: dpa

Wildeshausen - Dass in Wildeshausen möglicherweise erst zum neuen Jahr weitere Krippenplätze zur Verfügung stehen, sorgt für Verärgerung bei einigen Eltern. Es formiert sich Protest dagegen, dass 32 Kinder im Krippenalter vorerst keine Chance haben, einen Platz in städtischen Einrichtungen zu bekommen.

Wie berichtet, soll sich der Verwaltungsausschuss eigentlich erst im Juni mit der Frage beschäftigen, ob in der Lebenshilfe-Tagesstätte „Farbenfroh“ eine Gruppe für 15 Kinder eingerichtet wird und ein Anbau am Kindergarten „Sternenschnuppe“ weitere 15 Plätze bringt.

Bürgermeister Jens Kuraschinski sicherte am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung zu, die exakten Kosten schnellstmöglich zu ermitteln. „Wenn wir es rechtzeitig schaffen, würde ich auch die Tagesordnung für den Verwaltungsausschuss am 11. Mai noch ändern“, kündigte er an. Unklar ist aber auch dann, wohin der Weg führt. 

Dem Vernehmen nach ist das Angebot der Lebenshilfe relativ teuer, sodass die Stadt möglicherweise nach Lösungen in anderen Einrichtungen sucht. In den Wildeshauser Kindertagesstätten gibt es derzeit 28 freie Plätze für Mädchen und Jungen ab drei Jahren. Denkbar wäre es, dort übergangsweise Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen.

Not der Eltern ist groß

Die Not ist bei einigen Eltern in Wildeshausen groß. „Wir sind direkt betroffen“, schreibt eine Mutter bei Facebook zu unserem Bericht über die Ausschusssitzung. „Unsere Tochter wird im November zwei Jahre alt. Wir wurden in den vergangenen zwei Jahren zunächst nicht berücksichtigt. Inzwischen haben wir einen Nachrückerplatz, wohl ab Dezember. Für unseren Sohn haben wir aber keinen Platz ab Januar.“ 

Auch in anderen Gemeinden könne man den Eltern vor Dezember nichts Endgültiges sagen. „Ich denke, es ist schon länger bekannt, dass man etwas hätte tun müssen“, moniert die Mutter. Die Kritik thematisiert auch, dass Wildeshausen ständig neue Bauplätze ausweist, es dann aber an Betreuungsplätzen für Kinder fehlt. „Ich denke, dass man flächendeckend ausbauen sollte und nicht nur bei den neuen Wohngebieten“, so eine Mutter.

„Wir haben auch keinen Platz bekommen, obwohl beide Elternteile berufstätig sind. Echt zum Kotzen“, äußert sich eine weitere Frau über die Situation in der Kreisstadt.

Auch mobile Betreuungsräume scheinen keine kurzfristige Lösung zu bringen, obwohl die SPD das angeregt hatte. „Ich würde sehr gerne darauf verzichten“, so Günter Lübke (CDU). Nun warten die Politiker auf „robustes Zahlenmaterial“. Bis dahin könnten aber schon protestierende Eltern im Stadthaus vorstellig werden. Da ist auf jeden Fall das Ziel von Müttern, die keinen Platz für ihre Kinder bekommen haben.

dr

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