Trecker Veteranen Club feiert sein 20-jähriges Bestehen

Dreschen und Staunen in Lüerte

Wildeshausen – 20 Jahre Trecker Veteranen Club (TVC) Lüerte, mehr als 200 Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen – am Sonntag war die Bauerschaft Lüerte Anlaufpunkt für mehrere Hundert Besucher nicht nur aus Wildeshausen und Umgebung, sondern aus dem gesamten Nordwesten. Zu sehen gab es dort einiges: Vom wettergegerbten, stählernen Agrarhelden, bis hin zum frisch lackierten Treckeroldtimer war dort alles vertreten. Die Eröffnungsrede hielt am Vormittag Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski, seines Zeichens Gründungsmitglied des Vereins. Er erinnerte an die erste Zusammenkunft am 9. September 1999 auf dem Hof von Hans-Hermann Brengelmann, der auch später erster Vorsitzender des TVC sein sollte und in diesem Jahr verstarb. Bei diesem Treffen war Kuraschinski zum Schriftführer gewählt worden. Schon damals enthielt die Satzung eine Kleiderordnung, der die 45 Mitglieder bis heute treu geblieben sind: Schwarze Hose und Weste, weißes Hemd oder Bluse sowie ein rotes Halstuch, das von einem 6,5 Zentimeter großen Holzschuh zusammengehalten wird.

Aus den ursprünglich elf Mitgliedern sei ein Verein entstanden, der in Wildeshausen fest etabliert und immer wieder zu erleben sei, lobte der Bürgermeister – in der Stadt etwa bei der Nikolausfahrt oder der Teilnahme am Gildefest aber auch am Ferienpass. Doch seien die Lüerter mit ihren Fahrzeugen im ganzen Nordwesten vertreten. Dem Satzungsziel, der „Pflege, Erhaltung und Ausbreitung des Traktoroldtimerwesens“ sei der Verein bis heute treu geblieben: „Macht weiter so“, forderte der Bürgermeister sie auf. Neben lobenden und dankbaren Worten hatte der Rathauschef noch eine Fahne mit dem Stadtwappen mitgebracht – für eine ihrer vielen Ausfahrten.

Dass die Lüerter tatsächlich viel „auf Achse“ sind, ließ sich denn auch leicht an dem „Fahrerlager“ und den ausgestellten Fahrzeugen ausmachen: Treckerenthusiasten aus dem Landkreis, Oldenburg, dem Raum Vechta oder dem Emsland waren nach Lüerte gekommen, um hier auszustellen. Manche waren bereits am Freitag zuvor angereist und hatten im „Fahrerlager“ campiert.

Doch waren die vielen unterschiedlichen Fahrzeuge und Geräte nicht nur im Stand zu bewundern: So konnten die Zuschauer beim Pflügen und Grubbern zuschauen, ebenso bei Maishäckseln und Getreidedreschen. Den ältesten Trecker hatte denn aber der TVCer Gerhard Varnhorn mitgebracht: Einen Deutz aus dem Jahr 1939 nebst Mähbalken. Als Sonderausstattung hatte das Fahrzeug bereits eine elektrische Beleuchtung rundum. Neid gebe es unter den Treckerfreunden keinen, sagte Jürgen Michelbrand, zweiter TVC-Vorsitzender. Jeder könne stolz auf den eigenen Oldtimer sein. Bei so viel Auswahl – hat er da einen Lieblingstrecker? „Alle“, sagt er spontan und lächelt.  fra

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