24-Jähriger Wildeshauser wegen Geldfälschung angeklagt

Drei falsche Fuffziger im Schrank

Im Schrank deponiert: Die Polizei fand drei falsche 50-Euro-Noten bei einem Wildeshauser. Symbolfoto: dpa
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Im Schrank deponiert: Die Polizei fand drei falsche 50-Euro-Noten bei einem Wildeshauser. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen – Weil er drei gefälschte 50-Euro-Scheine im Schrank hatte, wäre ein 24-jähriger Wildeshauser wegen noch offener Bewährungsstrafen fast zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Am Ende der Verhandlung am Montag vor dem Schöffengericht in Wildeshausen stand jedoch ein „Freispruch mit Zweifeln“, wie es die Vorsitzende bezeichnete.

Dass der junge Mann die Scheine besessen und im Schrank seines Zimmers verstaut hatte, war unstrittig. Zu einer Verurteilung hätte aber auch der Beweis gehört, dass er die Fälschungen in den Verkehr bringen wollte. Das gelang nicht.

„Ich war sehr betrunken an dem Tag“, beschrieb der 24-Jährige, der sechs Einträge im Bundeszentralregister wegen Diebstahls, Bedrohung, Raub und Fahrens ohne Fahrerlaubnis vorzuweisen hat, den Abend des 14. September 2020. Er sei mit Kumpeln in einer Shisha-Bar am Stellmacherplatz in Wildeshausen gewesen und habe 200 bis 250 Euro eigenes Geld dabei gehabt. Nach einer Streiterei habe er in der Nacht Hausverbot bekommen und sei in seine Wohnung zurückgekehrt. Er habe geschlafen und dann, als er einkaufen gehen wollte, die 50-Euro-Scheine im Portemonnaie entdeckt. „Man sah sofort, dass sie gefälscht waren“, so der Wildeshauser. Er habe seinen Wohngemeinschaftspartner gefragt, was er damit machen solle. Der habe ihm geraten, zur Polizei zu gehen. „Das ist aber nicht so mein Ding“, so der 24-Jährige vor Gericht. Deshalb habe er die Scheine zunächst in den Schrank gelegt.

Scheine kamen bei einer Hausdurchsuchung zum Vorschein

Drei Tage später hatte es jedoch eine Hausdurchsuchung bei dem Wildeshauser wegen mutmaßlicher Drogendelikte gegeben. In dieserm Rahmen konfizierte die Polizei das Falschgeld und weitere Scheine. „Ich habe die Polizei sogar darauf hingewiesen, dass es sich um eindeutige Fälschungen handelt“, berichtet der Angeklagte. „Die hatten es gar nicht gesehen.“

Auf die Frage der Richterin, woher das Falschgeld stammen könnte, erklärte der 24-Jährige, er habe den Verdacht, dass ein damaliger Kumpel ihm an dem Abend die Scheine ins Portemonnaie gesteckt hatte. „Der war schon wegen Handels mit Falschgeld vor Gericht“, berichtete er. Vielleicht habe der Kumpel die Hoffnung gehabt, dass er mit dem Geld die Drinks in der Bar bezahlt.

Warum er die Fälschungen am nächsten Tag nicht vernichtet habe, erkundigte sich die Staatsanwältin. Darauf konnte der Angeklagte nicht plausibel antworten. „Ich war mit der Situation überfordert“, erklärte er. In den Müll werfen sei auf jeden Fall keine gute Lösung gewesen, weil seine Nachbarn kontrollsüchtig seien und die Blüten vielleicht entdeckt hätten.

Für die Staatsanwaltschaft stand fest, dass der Mann bestraft werden musste. „Er wusste, dass er unter Bewährung stand“, erklärte die Anklagevertreterin. Somit sei eine Haftstrafe von 14 Monaten angemessen.

Der Verteidiger verwies hingegen darauf, dass der Besitz von gefälschtem Geld nur strafbar sei, wenn die Absicht zu beweisen sei, dass die Blüten in den Verkehr gebracht werden sollten. „Diesen Beweis haben wir hier nicht geführt“, so der Anwalt.

Dieser Einschätzung schloss sich das Schöffengericht an. „Wir können die Absicht des in-den-Verkehr-Bringens nicht beweisen“, erklärte die Richterin. Es blieben aber einige Zweifel am Verhalten des Angeklagten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft behält sich eine Prüfung innerhalb einer Woche vor.

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