Vortrag des Bürger- und Geschichtsvereins zum „Stein“ aus Harpstedt

Wie die Dorfdisco umgezogen ist

Nach der Zerlegung des „Steins“ in acht Stücke brachte ein Schwertransport die Elemente nach Cloppenburg. Das Bild zeigt das Abladen eines Giebelteils im September. - Foto: Eckhard Albrecht.

Wildeshausen - Der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen hat für das Thema seines Vortrags am Dienstag, 4. Dezember, ab 20 Uhr im Rathaussaal etwas „gewildert“. Und zwar bei der Nachbargemeinde Harpstedt. Die Referenten Victoria Biesterfeld und Werner Straukamp werden erzählen, wie sie das „Sonnenstein“ aus dem Flecken ins Museumsdorf Cloppenburg geschafft haben. Das Duo geht aber auch auf die Bedeutung der Dorfdisco ein, in der auch viele Wildeshauser regelmäßige Gäste waren.

Tanzlokale und Musikclubs spielten vor allem für die Jugend der 1960er- bis 1990er-Jahre als Orte populärer Unterhaltungs- und Vergnügungskultur eine wichtige Rolle, heißt es in der Ankündigung für den Vortrag. Neue Freuräume hätten sich geöffnet. „Man war unter Gleichgesinnten, pflegte soziale Beziehungen, kam mit aktuellen Trends in Kontakt und konnte sich von der als konservativ empfundenen Elterngeneration abgrenzen.“ Auch in der ländlich geprägten Weser-Ems-Region existierten solche Orte der Jugendkultur, die sich ursprünglich aus Gaststätten mit Saalbetrieb und Livemusik regionaler Beatbands entwickelten.

Ab den 1970er-Jahren entstand eine ausgeprägte Diskothekenszene mit progressiver oder populärer Musik vom Plattenteller. Für diese Entwicklung ist die Landdiskothek „Zum Sonnenstein“ in Harpstedt ein anschauliches Beispiel, meinen Biesterfeld und Staukamp. Sie wurde noch bis in die 2000er-Jahre als Diskothek und Bistro betrieben, als viele andere Lokale längst geschlossen waren. Als Zeugnis für die Freizeitgestaltung mehrerer Generationen von Jugendlichen und damit als einzigartige Zeitkapsel wird die Landdiskothek „Zum Sonnenstein“ nun im Museumsdorf Cloppenburg wieder aufgebaut.

Biesterfeld studierte in Bonn Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte. Nach einer Weiterbildung im Museumsbereich ist sie seit 2018 am Museumsdorf tätig und leitet dort das Projekt „Landdiskothek „Zum Sonnenstein“.

Nach einem Studium der Geschichte, Soziologie und Publizistik in Münster war Straukamp bis 2015 Chef des Stadt- und Textilmuseums Nordhorn. Das Projekt „Stein“ begleitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Der Referent hat sich dem Thema übrigens nicht nur akademisch genähert. Er war in den 1970er- und 1980er-Jahren als Discjockey tätig.

Der Eintritt für den Vortrag kostet fünf Euro.

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