Bewohner der Landgemeinde touren durch Kleinenkneten und Lohmühle

Dorfbereisung mit Kremser und Fahrrad: 170 Teilnehmer

Hergen Stolle, Franz-Josef Dasenbrock und Jens Kuraschinski (v.l.) staunten und freuten sich über die Vielzahl der Interessierten.

kleinenkneten - Von Anja Nosthoff.  „Mir fehlen die Worte“, sagte Hergen Stolle, Vorsitzender des Heimatvereins Düngstrup, als er am Sonnabendnachmittag am Vereinsheim von Grün-Weiß Kleinenkneten die 170 Gäste zur Dorfbereisung durch Kleinenkneten und Lohmühle begrüßte. „So viele hatten wir noch nie.“ Auch Bürgermeister Jens Kuraschinski freute sich über die große Zahl der Interessierten. „Das zeigt mal wieder, dass wir uns als Landgemeinde nicht verstecken müssen“, betonte er.

„Mit so vielen Teilnehmern haben wir nicht gerechnet. Das stellt uns vor eine Herausforderung“, ergänzte Franz-Josef Dasenbrock vom Dorfverein Kleinenkneten, der auch auf die umfangreiche Ausstellung mit alten Bildern und vielen Informationen über die Dorfgeschichte im Vereinsheim hinwies. Einen großen Dank dafür sprach er an August Runte aus. „Ich weiß nicht, wie viele Bilder du dafür eingescannt hast – das war viel Arbeit“, lobte Dasenbrock.

Bevor es auf die Kremser und Fahrräder ging, hielt Dasenbrock bereits die ersten spannenden Fakten über die Dörfer bereit. Vor etwa 1 000 Jahren sei Kleinenkneten erstmals erwähnt worden und habe „Gnattum“ oder „Gnidum“ geheißen. Im Mittelalter sei die Bezeichnung „Lühtken Knethen“ und später „Lütjen Kneten“ entstanden. Schon im 16. Jahrhundert habe es acht Bauernhöfe und das Gut Lohmühle gegeben.

Zahlreiche Referenten – auch einige, die ihre Vorträge auf Plattdeutsch hielten – ließen sich dann ihre Kremser- und Fahrradgruppen zuteilen. Mit vereinten Kräften wurde diese Herausforderung relativ schnell gemeistert. Die Gruppen machten sich in verschiedene Richtungen auf den Weg, um nicht zur gleichen Zeit an den jeweiligen Haltepunkten zu erscheinen. Eine längere Kaffeepause war jeweils auf dem Reinershof, dem Reiterhof in Kleinenkneten, geplant. Dort wurde eigens für die Dorfbereisung Butterkuchen im restaurierten Backhaus gebacken. Weitere Haltepunkte waren der Hof Joachimmeyer mit der Direktvermarktung von Highland-Cattle-Rindern, der Hof Hespe/Wilgen/Steinmann, der Kindergarten Kleinenkneten, der Hof Middelbeck, der Hof Helms und die Lohmühle mit der Brauerei Bannas. Mit einem gemütlichen Grillen am Vereinsheim in Kleinenkneten klang die Dorfbereisung aus.

Die Teilnehmer erfuhren unter anderem die Geschichte der alten Schmiede von Friedrich Westphale. Ebenso gab es spannende Fakten über das Schulwesen in Kleinenkneten zu hören: Von 1705 bis 1840 gingen die Kinder aus Kleinenkneten, Hanstedt, Aldrup und Düngstrup in die evangelisch-katholische Schule in Kleinenkneten. Das Schulgebäude entstand auf dem Hof des Bauern Gier (vormals Wilgen).

1840 folgte dann die Schule im Brook. Nun gehörten auch die Ortschaften Bühren, Pestrup und Denghausen zum Schulbezirk Kleinenkneten. Mit Bau der Schule in Lüerte 1908 sanken die Schülerzahlen. 1969 wurde die Einrichtung in Kleinenkneten wieder aufgelöst.

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