Besitzer stellt Antrag für die Ausweisung von vier Bauflächen

Doch Kahlschlag am Kiebitzweg?

Waldähnliches Gebiet am Kiebitzweg: Bereits vor 13 Jahren wurden für den Bereich Bauwünsche abgelehnt.
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Waldähnliches Gebiet am Kiebitzweg: Bereits vor 13 Jahren wurden für den Bereich Bauwünsche abgelehnt.

Wildeshausen – 13 Jahre, nachdem Pläne für eine Wohnbebauung am Kiebitzweg in Wildeshausen von der Stadt zu den Akten gelegt wurden, liegt jetzt ein neuer Antrag auf Veränderung des Bebauungsplanes „Kiebitzweg/Am Reepmoor“ vor. Eigentümer der Flächen ist Rolf Hüffermann, der noch im Januar 2020 gegenüber unserer Redaktion versichert hatte, keine derartigen Pläne zu verfolgen.

In seinem Antrag an die Stadt schrieb Hüffermannn: „Gerne würde ich auf diesen Flächen maximal vier weitere Wohnbaugrundstücke mit Größen von bis zu 800 Quadratmetern entwickeln.“ Gemeint sind Areale nördlich und südlich des von der Straße „Am Reepmoor“ nach Osten in den Kiebitzweg abzweigenden Weges.

Der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes soll am 24. Juni in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt (18.15 Uhr, Rathaussaal) behandelt werden und dürfte für kontroverse Diskussionen sorgen. In einer ersten Stellungnahme betonte der fraktionslose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff: „Die Planänderung kommt gar nicht infrage.“ Die UWG reagierte am Montag mit einer ausführlichen Stellungnahme, in der daran erinnert wird, dass das Vorhaben im Jahr 2008 aus naturschutzrechtlichen Gründen mehrheitlich abgelehnt wurde.

„Um diesen schützenswerten Waldbereich nachhaltig in seiner unbebauten Form zu erhalten, beantragt die UWG, dass die Stadtverwaltung Gespräche mit Hüffermann aufnimmt, um die Waldflächen käuflich zu erwerben und anschließend einer Renaturierung im naturschutzrechtlichen Sinne zuführt“, heißt es von UWG-Ratsherr Matthias Kück.

Laut seinen Ausführungen handelt es sich bei dem betroffenen Gebiet um eine Kombination aus Feuchtwiesen, Wald und Gärten. „Für die dort ansässigen Bürger stellt dieses Gebiet ein kleines Naherholungsgebiet dar, das von den Anwohnern auch aus dem näheren Umland genutzt wird“, so Kück. Vor 13 Jahren seien in dem Gebiet 18 geschützte Tierarten ermittelt worden, deren Lebensraum bei einer Bebauung maßgeblich beeinträchtigt wäre.

Temming-Hanhoff zeigte sich verwundert darüber, dass es der Antrag innerhalb von rund zwei Wochen auf die Tagesordnung geschafft hat. Laut Kück unterlag das Waldgebiet seit 2008 „nicht nachvollziehbaren Beeinträchtigungen durch den Eigentümer“. So sei der Baumbestand aus „verkehrsicherheitsrelevanten“ Gründen dezimiert worden. An verschiedenen Stellen des Waldes sei Biomüll im größeren Umfang entsorgt worden. „Wie viele der damals im Gutachten festgestellten schützenswerten Tierarten noch vorhanden sind, ist fraglich und muss durch ein Waldgutachten festgestellt werden“, so der UWG-Ratsherr. Um einer weiteren Zerstörung des Gebietes entgegenzutreten, sollten die betroffenen Flächen von der Stadt übernommen werden. Da die finanzielle Situation sehr angespannt sei, könnten alternativ im Tausch adäquate Gewerbeflächen für die Hüffermann Krandienst angeboten werden.

„Damit würde den Erweiterungswünschen des Unternehmens Rechnung getragen. Auch die Verkehrssituation am Westring, Knotenpunkt Schafkoben/Gewerbestraße würde sich durch den ein- und ausfahrenden Kranwagenverkehr maßgeblich, unter Minderung des dortigen Gefahrenpotenzials insbesondere für Radfahrer/Fußgänger, entspannen“, so Kück. Eine anschließende Renaturierung des Waldgebietes sollte unter Einbindung der Anwohner erfolgen. Die Finanzierung der Umsetzung von Maßnahmen könnte durch Fördermittel für Waldbesitzer über das Bundesamt für Naturschutz beantragt werden.

Biomüllablagerung im Wald: Matthias Kück kritisiert „nicht nachvollziehbare Beeinträchtigungen durch den Eigentümer“.

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