Diverse Impfgegner in der „gehobenen Schicht“

Grippe-Serum im Landkreis Oldenburg vergriffen 

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Dr. Mireille Gerecitano-Schmidek und Dr. Leonhard Hamschmidt sind im Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg unter anderem für die Impfungen zuständig.

Wildeshausen - Von Lea Oetjen. Die Grippesaison geht wieder los. Damit stellt sich die Frage: Soll ich eine Grippeschutzimpfung machen oder lohnt sich das für mich nicht? Auf diese Frage geben Dr. Mireille Gerecitano-Schmidek und Dr. Leonhard Hamschmidt vom Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen eine prompte und eindeutige Antwort: Ja.

Die Institution bietet zwei unterschiedliche Impfberatungen an. „Zum einen für Mitarbeiter des Kreishauses, um zu verhindern, dass sich Bürger, die verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, anstecken“, erklärt Hamschmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Zum anderen gebe es einmal monatlich für die Bevölkerung die Möglichkeit, sich über die Impfstoffe zu informieren – „auf Voranmeldung“, wie Hamschmidt betont.

Am häufigsten verwendet wird die Immunisierung gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie, erklärt Gerecitano-Schmidek. Derzeit sei auch der Grippeimpfstoff sehr gefragt. „Allerdings ist dieser leider vergriffen“, sagt die Ärztin. Der Landkreis sei eine der letzten Institutionen gewesen, die das Serum noch vorrätig gehabt habe. Ob zu wenig produziert oder die Produkte falsch verteilt wurden, ist nicht bekannt. „Dass Impfstoffe vergriffen sind, ist leider keine Seltenheit“, erläutert Hamschmidt. Es gebe nur wenige Unternehmen, die Seren herstellen. „Das Monopol reißt Lücken.“

Diese gibt es auch in Sachen Impfbereitschaft. Während sich der Großteil regelmäßig impfen lässt, gibt es laut Hamschmidt zwei weitere Gruppen, bei denen das nicht klappt. „Einige Menschen vergessen es einfach, weil sie ihre Termine nicht koordiniert kriegen“, weiß der Arzt. Des Weiteren würden Teile der Bevölkerung sich sehr genau mit dem Thema auseinandersetzten und sich dann von den Nebenwirkungen abschrecken lassen. Besonders in der „gehobenen Schicht“, wie Gerecitano-Schmidek erklärt, gebe es diverse Impfgegner.

„Positive Effekte überwiegen“

Trotz Nebenwirkungen spreche einiges für Impfungen. „Die positiven Effekte überwiegen“, betont Hamschmidt. Gerade Menschen, die chronische Vorerkrankungen haben, älter als 60 Jahre sind oder im ständigen Kontakt mit Menschen stehen, seien besonders anfällig für Krankheiten. Zudem gibt es sogenannte „Sozial-Impfungen“. „Mädchen sollten sich gegen Mumps immunisieren lassen, um die Jungs nicht anzustecken“, erklärt Gerecitano-Schmidek. Auch wenn die Auswirkungen bei Ersteren nicht unbedingt groß sind, können sie besonders für Jungs bleibende Folgen haben – nämlich eine Entzündung der Hoden, die im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg berät übrigens auch für Reisen – egal ob beruflich oder privat. Häufig seien Monteure oder Mechaniker zu Gast, um sich beraten zu lassen. „Sie erzählen dann meist, wohin die Reise geht, und informieren sich, was sie machen können“, berichtet Gerecitano-Schmidek. Des Weiteren würde die Zahl der reisenden Rentner steigen.

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