Viel Arbeit auf Camping-Gelände in Aumühle

„Dieser Platz sieht in der Tat scheußlich aus“

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Achim Breuer weiß, dass er auf dem Platz noch sehr viel zu tun hat. Verärgert ist er über die Hinterlassenschaften. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker.  Er ist voller Tatendrang, will sein „Baby“, den Campingplatz Aumühle, der ab sofort „Aue-Camp“ heißt, voranbringen. Und Achim Breuer, dessen Frau Ulrike Brendel und beider Freund Mike Fried das 6,7 Hektar große Areal erworben haben, weiß genau, von was er spricht und vor allem, dass ein enormer Berg Arbeit auf ihn und seine Mitstreiter wartet.

„Der erste Schritt ist nun, dass wir den Platz säubern“, so Breuer. Bei diesen Worten zeigt er während des Rundgangs auf jede Menge Müllreste, die die Wege säumen und die Parzellen, die zudem von hohem Gras überwuchert sind, verunstalten: „Hier gibt es wirklich sehr viel Arbeit. Der Platz sieht in der Tat scheußlich aus.“ Aber mit den Müllresten ist es nicht getan, fast auf jeder Parzelle türmen sich Gehwegplatten oder befinden sich Betonsohlen im Boden: „Auch das muss erst mal alles weg. Leider habe ich keine Fotos davon, wie es hier ausgesehen hat, als noch die ,wilden Bauten‘ gestanden haben.“

Als Nächstes führt der Weg ins Sanitärgebäude. „Es ist nicht zu glauben“, sagt Breuer, „hier wurde alles zerschlagen, es gibt kaum noch eine Mischbatterie, selbst die Kupferleitungen und Kabel wurden abgeschnitten und entwendet.“ Dabei betont er, dass der Plan, das Gebäude abzureißen, wieder verworfen worden sei: „Die Bausubstanz ist noch gut. Also werden wir es komplett entkernen und innen alles neu und modern installieren. Bis hin zu einer Behindertentoilette.“ Ein zweites Sanitärgebäude solle im Bereich der Zeltwiese gebaut werden: „Natürlich werden wir bei beiden Gebäuden großen Wert aufs Energiesparen legen. Will heißen, dass wir zum Beispiel auf Solarthermie bauen.“

Derzeit weder Strom noch Wasser

Doch damit scheint es längst nicht getan zu sein. „Nein“, sagt Breuer, „wir haben hier derzeit weder Strom noch Wasser. Und die alten Leitungen werde ich mit Sicherheit nicht wieder in Betrieb nehmen. Es muss alles neu verlegt werden.“ Eine weitere Maßnahme sei, dass endlich die Bio-Kläranlage vom Gelände verschwindet: „Wir werden jetzt ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen, was sehr wichtig ist, denn die Kläranlage riecht nicht gerade angenehm.“

Wieder zurück im „Schnitzelhaus“, in dem sich Breuer ein kleines Büro eingerichtet hat, um alles koordinieren zu können, zeigt er auf die Räumlichkeiten: „Das Lokal muss komplett renoviert werden, hier ist alles sehr unansehnlich. Das ist auch einer der ersten Schritte. Außerdem bekommt es einen neuen Namen und einen ansprechenden Biergarten.“ Eine Pächterin fürs Lokal habe er bereits: „Sie ist schon emsig dabei, ein neues Konzept zu erstellen. Ihre Pläne hören sich sehr gut an.“

Obergeschoss soll auch erneuert werden

Ebenfalls erneuert werden soll in absehbarer Zeit das Obergeschoss des Hauses: „Derzeit wohnen dort noch bulgarische Arbeiter, die einen Mietvertrag haben und nicht gekündigt werden können. Dieser läuft aber bald aus, sodass wir mit der Arbeit beginnen können“, so Breuer. Die ganze Etage solle dann entkernt werden: „Wir wollen dort Fremdenzimmer einrichten, die unter anderem an Monteure oder Urlauber vermietet werden können. So in der Art Bed and Breakfast.“

Auf eine Feststellung legt Breuer jedoch ganz besonderen Wert: „Es wird hier definitiv kein Wohnen mehr geben, wie es lange Zeit der Fall war. Es gibt hier keinen ersten Wohnsitz mehr. Das Gelände wird ein Campingplatz und nichts anderes.“ Dieser solle nach Möglichkeit zur Saison 2018 eröffnet werden: „Aber das ist nur ein erstes erhofftes Ziel. Ich kann und will nichts versprechen, was ich am Ende nicht halten kann.“ Wichtig sei, dass der Platz ansprechend hergerichtet wird: „Dazu gehört auch, dass sämtliche Holzbuden im Bereich des Lokals abgerissen werden. Die sehen aus wie Buswartehäuschen.“

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