Diskussionen um Raumnot an Grundschulen gehen weiter

„An diesen Standort gehören keine kleinen Kinder“

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Christin Rollié (rechts) und Stephanie Brahms sind verärgert: Sie möchten, dass bei den Planungen wirklich an alle Schüler und nicht nur an zwei Schulen gedacht wird.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Die Diskussionen um die Raumnot an den Wildeshauser Grundschulen reißen auch während der Ferien nicht ab. Noch immer steht im Raum, dass die St.-Peter-Schule in die Räume der Hunteschule an der Heemstraße umziehen könnte.

Bei diesen ganzen Gesprächen und Vorschlägen fühlen sich Christin Rollié und Stephanie Brahms vom Elternrat der St.-Peter-Schule doch etwas verschaukelt.

Zusätzliche Räume lassen sich an der Heemstraße nicht umsetzen

„Bei den kommenden Planungen ist es uns überaus wichtig, dass auch wirklich an alle Kinder gedacht wird und nicht nur an die von zwei anderen Schulen“, sind sich die Mütter einig. „Wir passen in die Hunteschule, auch wenn wir ausschließlich zweizügig werden, definitiv nicht hinein.“

Zurzeit sei die Schule zu 50 Prozent und nach den Sommerferien zu 25 Prozent dreizügig. Fakt sei nämlich, dass auch die St.-Peter-Schule Anrecht auf bestimmte zusätzliche Räume habe. Und das lasse sich an der Heemstraße nicht realisieren. „Hinzu kommt, dass in meinen Augen aufgrund der Verkehrssituation keine kleinen Kinder an diesen Standort gehören“, so Rollié.

Eltern: Es wird nur der Anschein erweckt, die Stadt denke an die Gründschüler

Die beiden beklagen, dass von allen Seiten der Anschein erweckt werde, stets an alle Grundschüler der Stadt zu denken, in Wahrheit jedoch jeder seinen eigenen Vorteil sehe. So liegt den Eltern und auch unserer Zeitung ein Schreiben der Holbeinschule vor, in dem schon Planungen ohne die St.-Peter-Schule am alten Standort angestellt werden.

„Durch den Umzug der Schule könnten die frei werdenden Räume als Klassen- und Gruppenräume genutzt werden. Zudem könnten ein Raum für die Schulsozialarbeit und einer für Eltern- beziehungsweise Beratungsgespräche eingerichtet werden. Außerdem könnten unsere Lehrmittel den ungeheizten Dachboden verlassen und werterhaltend gelagert werden. Die baulichen Veränderungen wie Einbau von Verbindungstüren und Trennwänden bewegen sich nach unserer Einschätzung in einem sehr überschaubaren Rahmen“, heißt es in diesem Schreiben.

Niemand hat Interesse am „Schmuckkästchen“

„Das kann doch nicht sein, dass die Räume schon vergeben werden, ohne dass die offiziellen Planungen und Beratungen abgeschlossen sind“, betont Brahms. Zudem könne sie nicht verstehen, dass ein Ratsherr die Hunteschule als „Schmuckkästchen“ anbiete, obwohl dort keine andere Schule rein wolle.

Nach Auffassung von Rollié stellt die Holbeinschule solch hohe Anforderungen, dass für sie eigentlich nur ein Neubau in Frage kommt. „Die Argumente in dem besagten Schreiben lesen sich so, als sei die Holbeinschule schon sicher, alle Räume zu bekommen“, so Brahms.

Zwei Schulen sinnvoll in der St.-Peter-Straße unterbringen?

Die Mütter verweisen darauf, dass von ihrer Schulleiterin Brigitte Schmidt einige umfangreiche Vorschläge erarbeitet und vorgelegt wurden, wie der Standort an der St.-Peter-Straße beiden Schulen gerecht werden könnte: „Das Geld, das an der Heemstraße eingesetzt werden müsste, ist sicherlich auch recht beträchtlich und könnte besser am alten Standort verwendet werden, sodass beide Schulen genügend Platz haben.“

„Wir sind jetzt gespannt, was der Planer vorlegt“, so Rollié. Seitens einiger Politiker gebe es Überlegungen, die Holbeinschule in die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (StEM) zu verlegen: „Das wäre aufgrund der Ansprüche sicherlich von Vorteil. Wir könnten dann einige Räume an die Realschule abgeben.“ Brahms erwähnte, dass seitens der Holbeinschule propagiert würde, dass die Schule zu rund 90 Prozent von den Schülern fußläufig zu erreichen sei: „Wenn die Einzugsgebiete neu geregelt werden, sieht es ohnehin anders aus. Dann wäre der Standort in der StEM sicherlich auch eine Schule der kurzen Wege.“

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