Jürgen Müller und Jürgen Ottermann hauchen Remise von 1841 wieder „Leben“ ein

„Diese Gebäude prägen das Ortsbild einer Bauerschaft“

Viele Stunden harter Arbeit haben Jürgen Müller (links) und Jürgen Ottermann in den Wiederaufbau der Remise gesteckt. - Fotos: Dejo

Heinefelde - Von Joachim Decker.  Idyllisch liegt die Bauerschaft Heinefelde am Rande der Gemarkung der Stadt Wildeshausen – ländlich geprägt mit einigen alten Häusern und Gehöften. Eine alte Remise aus dem Jahr 1841 auf dem Hof von Helmut Meyer hat der Reet-Dachdecker Jürgen Müller jetzt mit seinem Nachbarn Jürgen Ottermann vor dem endgültigen Zerfall gerettet.

„Es tat mir in der Seele weh, mit anzusehen, wie der Zahn der Zeit immer mehr an dieser Remise nagt“, erzählt Müller. Im Laufe der Jahre sei sie schon bis zur Hälfte eingefallen gewesen. „So etwas darf nicht sein, diese Gebäude prägen schließlich das Ortsbild einer Bauerschaft und müssen, so lange es geht, unbedingt erhalten werden.“

Die Firstpfannen hat der Spezialist in Heide gebettet, wie es für die Region typisch ist.

Kurzerhand habe er sich entschlossen, die Maßnahme in Eigenarbeit in die Hand zu nehmen. „Natürlich war ich sofort dabei“, betont Ottermann. Und mit einem Augenzwinkern: „Ich bin eben von Beruf guter Nachbar.“ Umgehend hätten sie dem Besitzer zugesagt, dass sie die Arbeit in Angriff nehmen werden. Das Ziel sei laut Müller gewesen, die Remise wieder so herzurichten, wie sie im Urzustand ausgesehen hat: „Bei der Kontrolle der Materialien haben wir festgestellt, dass sich die Substanz überwiegend in einem erhaltenswerten Zustand befand. Allerdings war die Remise bis zur Hälfte auch abgesackt. Der Feldstein-Unterbau für das Ständerwerk war um einiges im Erdboden verschwunden, sodass wir den zunächst wieder neu erstellen mussten, um einen Grundstock für den Wiederaufbau zu haben.“

Der Unterbau des Ständerwerkes musste zunächst mit Steinen erstellt und auf die richtige Höhe gebracht werden.

Stück für Stück hätten sich die beiden dann zunächst dem Fachwerk gewidmet, von dem einige Balken schon zerbrochen waren. „Aber auch dafür gibt es Lösungen, wir haben sie repariert, zum Teil auch mit Holznägeln verbunden oder aber verklebt“, erklärt Müller. „Das war schon eine Herausforderung, der wir uns damit gestellt haben. Aber wir hatten schließlich das Ziel, nur die alten Baustoffe zu verwenden.“ Zum Schluss stand das Decken des Daches an, was ebenfalls mit kleinen Problemen verbunden war. „Teile im Firstbereich mussten ebenfalls erneuert und repariert werden, ehe wir die alten Dachziegel auflegen konnten“, so Müller. Dann zeigt er auf den First: „Die Firstpfannen habe ich in Heide eingelegt, wie es sich gehört. Das sieht auch noch recht ansprechend aus.“

Einige Balken mussten repariert und mit Einsätzen von anderen Hölzern versehen werden, um die Tragkraft herzustellen.

Etwas Wehmut kommt bei den beiden auf, als sie auf das Hauptgebäude des Anwesens zeigen, das ebenfalls aus dem Jahr 1841 stammt und mit Reet gedeckt ist. „Das Dach musste ich kürzlich erst einmal dicht machen, weil es Wasser durchgelassen hat. Eigentlich müsste es komplett neu gedeckt werden, aber das kostet natürlich jede Menge Geld“, betont Müller. Helmut Müller erzählt, dass der Hof 1890 von seinem Großvater erworben worden sei: „Ich habe ihn dann von meinem Vater übernommen und bis vor etwa 20 Jahren bewirtschaftet.“ Jetzt habe sein Enkel den Hof gepachtet und sich gegenüber ein Wohnhaus gebaut: „Er betreibt hier noch etwas Ackerbau und Bullenmast.“

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