Forstwissenschaftler berichtet im Umweltausschuss über Lebensräume und Schutzoptionen

Die Fischotter sind zurück

Zu sehen sind Fischotter eher selten. Damit sie in Ruhe leben können, dürfen Jäger in Naturschutzgebieten nur Rohrfallen und keine Drahtkäfige nutzen.
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Zu sehen sind Fischotter eher selten. Damit sie in Ruhe leben können, dürfen Jäger in Naturschutzgebieten nur Rohrfallen und keine Drahtkäfige nutzen.

Landkreis – Vier tote Fischotter seien in den vergangenen Jahren im Landkreis Oldenburg gefunden worden – allesamt auf der Straße, plattgefahren, berichtete Hans-Heinrich Krüger von der Firma Mustela Consult. Wie diese „streng geschützte Art von gemeinschaftlichem Interesse“, so die offizielle Bezeichnung der EU, besser vor dem Verkehrstod bewahrt werden kann, war eine der Fragen, die der Umweltausschuss des Landkreises Oldenburg während seiner Sitzung am Dienstagnachmittag dem promovierten Forstwissenschaftler stellte. Krüger erklärte zudem, wie weit der in den 1930er-Jahren in der Region ausgerottete Fischotter sich inzwischen wieder verbreitet hat.

„Hunte, Lethe, Delme – eigentlich ist der ganze Landkreis besiedelt“, berichtete Krüger zum positiven Erstaunen der Ausschussmitglieder. Bislang waren nur vereinzelt Tiere bemerkt worden. Das liege an ihrer Scheuheit, erläuterte der Referent. Zudem seien sie, etwa wenn sie im Wasser seien, kaum zu erkennen, da Mund, Nase und Ohren auf einer Linie liegen und sie den Kopf beim Schwimmen nur leicht anheben müssen. Aus diesem Grund seien lebende Otter nur selten zu sehen. Ihr Vorkommen sei grundsätzlich jedoch vergleichsweise leicht durch Fußspuren sowie Kothaufen nachzuweisen, vor allem unter Brücken und in der Nähe von Gewässern.

Die Tiere brauchen sichere Übergänge

Krüger erläuterte dem Gremium auch, wie die Lebensräume der Tiere und damit ihre weitere Verbreitung begünstigt werden können – etwa, indem sichere Übergänge von einem Gewässer zu einem anderen geschaffen werden. Weder Wehre wie das beim Mühlbach bei Gut Altona, in dessen direkter Nähe bereits mehrere Totfunde gemacht wurden, noch enge Durchlässe seien für den Otter passierbar. Günstig sei es hingegen, wenn es einen Uferstreifen gebe, auf dem er nicht nur queren, sondern auch seine Duftmarke hinterlassen könne.

Die Vernichtung von Lebensraum gilt als die Hauptgefahr für das Leben der Tiere, doch auch der Verkehr spielt eine große Rolle. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 habe gezeigt, dass 170 der 200 tot aufgefundenen Fischotter auf der Straße gestorben seien, betonte Krüger. Als besondere Gefahrenpunkte im Landkreis, an denen die baulichen Voraussetzungen die Tiere mehr oder weniger dazu zwingen, die Straße zu nutzen, nannte er die Aue in Aumühle, die Delme am Harpstedter Amtshof, die Lethe-Querung der A29 in Ahlhorn, die Oelmühle an der Hunte, die bereits erwähnte Stelle am Altonaer Mühlbach sowie eine weitere im östlichen Teil von Wüsting. Eine Möglichkeit sei es, Feuchtgebiete anzulegen, um die Passage zu erleichtern, sagte Krüger. Am Stauwerk bei Gut Altona ist – wie berichtet – seit Längerem als Teil der Maßnahmen zur besseren Durchlässigkeit des Mühlbachs eine Otterquerung geplant. Derzeit stehe die Frage im Raum, inwiefern der Landkreis die Hunte-Wasseracht zur Finanzierung dieses Projekts beitragen könne, ergänzte Baudezernentin Eva-Maria Langfermann.

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