Pläne in der Diskussion 

Diakonie: Arbeitskreis schlägt Zurückstellung von Bauvorhaben vor

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Ursprünglich plante die Diakonie Himmelsthür ihr Bauprojekt im gelbumrahmten Bereich. Als Alternative könnte auch im weißumrandeten Gebiet gebaut werden. Für beide Maßnahmen wäre die Änderung des Bebauungsplanes erforderlich.

Wildeshausen – Der Arbeitskreis „Quartier Diakonie Himmelsthür“ aus Wildeshauser Politik sowie Verwaltung hat sich dafür ausgesprochen, den Antrag der Diakonie Himmelsthür auf Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Realisierung eines Wohnprojektes am Ende des Zuschlagsweges zunächst zurückzustellen.

Das geht aus der Vorlage der Stadtverwaltung für die Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur sowie für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstag hervor. Diese beiden Ausschüsse müssten eine positive Empfehlung abgeben, damit die Pläne der Diakonie Himmelsthür, drei eingeschossige Neubauten für 36 Personen mit höherem Assistenzbedarf zu errichten, weiterverfolgt werden können. Wie berichtet, hat sich unterdessen eine Interessengemeinschaft von Anwohnern gegründet, die ein Mitspracherecht einfordert und sich gegen die Rodung von Teilen des Waldes auf dem Diakoniegelände ausspricht.

Der Geschäftsführer der Himmelsthür, Region Niedersachsen Nord, Jörg Arendt Uhde hat bereits auf die Anwohnerproteste reagiert. In einem Brief an die Stadtverwaltung macht er deutlich, dass der Diakonie daran gelegen ist, „das geplante Projekt in möglichst gutem Einvernehmen mit der Nachbarschaft zu realisieren“. Daher ziehe man einen alternativen Standort in Betracht, bei dem im Zuge der Baumaßnahmen deutlich weniger Bäume gefällt werden müssten, da dort bereits ein Gebäude existiert, das man abreißen könnte. Grundsätzlich, so Arendt-Uhde, favorisiere man jedoch den bereits im Januar genannten Standort in Nähe des Hauses Herzogin Elisabeth, da die Realisierung des alternativen Standortes wesentlich personal- und kostenintensiver wäre.

Das geplante neue Wohnprojekt der Diakonie steht in engem Zusammenhang mit dem Projekt der Umwandlung von Großeinrichtungen in Richtung dezentraler Einheiten, das 2009 mit dem Land Niedersachsen und Aktion Mensch mit einer zeitlichen Perspektive bis 2023 vertraglich vereinbart wurde. Ziel der Diakonie ist es, allen ursprünglich auf dem Zentralgelände gelebt habenden sowie noch lebenden rund 400 Menschen mit Assistenzbedarf bis 2023 Wohnangebote zu unterbreiten, die zeitgemäß, attraktiv, kleinteilig und gemeindeintegriert sind. „Auf dem Zentralgelände werden nach Realisierung des genannten Wohnprojekts noch rund 80 Menschen mit Assistenzbedarf leben. Von ihnen werden rund 60 Personen auf dem Gelände in den heutigen Räumen der Werkstatt für behinderte Menschen ein Angebot zur Bildung und Beschäftigung im Rahmen der Tagesförderung erhalten. Diese werden von 15 Mitarbeitern in der Tagesförderung begleitet. Das Wohnprojekt Zuschlagsweg inklusive Tagesförderung soll bis 2021 realisiert sein und ermöglicht nach Angaben der Diakonie den Erhalt von Arbeitsplätzen für 20 Mitarbeiter im Wohnen sowie 15 Mitarbeitern in der Tagesförderung.

Der städtische Arbeitskreis „Quartier Diakonie Himmelsthür“ vertritt jedoch laut Sitzungsunterlage die Auffassung, dass zunächst eine Gesamtbetrachtung für eine Nachnutzung des Areals im Rahmen eines Quartierskonzeptes im Rahmen von „Wildeshausen 2030“ erfolgen soll. Dazu sollen – auch mit Beteiligung von externen Experten – alle Möglichkeiten sondiert werden. Zudem soll der Öffentlichkeit ausreichend Gelegenheit gegeben werden, sich in den Prozess einzubringen. Das hätte zur Folge, dass die Diakonie ihre Baupläne – auch die Alternativlösung – vorerst zu den Akten legen müsste. 

dr

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