Bei Bauprojekten auf dem Himmelsthürgelände sollen keine Bäume fallen

Diakonie: „Wir haben verstanden“

Ursprünglich sollte neben dem Haus „Herzogin Elisabeth“ (Pfeil) im Grünen gebaut werden. Nun sucht die Diakonie Himmelsthür nach Alternativflächen für neue Wohnformen. Foto: GOOGLE-Maps

Wildeshausen – Rund 630 Unterschriften liegen mittlerweile im Wildeshauser Stadthaus vor, mit denen Bürger sich für den Erhalt des naturnahen Charakters und für eine schonende umweltverträgliche Nutzung des Himmelsthürgeländes einsetzen. Die Interessengemeinschaft „Naherholungsgebiet Himmelsthür“ hatte die Aktion gestartet, nachdem Pläne der Diakonie bekannt geworden waren, drei neue Gebäude für 36 Personen mit Assistenzbedarf unmittelbar neben dem Haus „Herzogin Elisabeth“ zu bauen. Dafür hätten zahlreiche Bäume gefällt werden müssen.

Diese Pläne sind längst zu den Akten gelegt und werden nicht mehr verfolgt. „Das Projekt in unmittelbarer Nähe zu dem bestehenden Gebäude bekommen wir nicht umgesetzt“, sagt Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Diakonie. Und er geht sogar noch weiter: „Wir haben verstanden, dass der Baumschutz notwendig ist. Wir werden für neue Projekte auf unserem Gelände gar keine Bäume fällen.“

Im Rahmen der mit dem niedersächsischen Sozialministerium und der „Aktion Mensch“ vereinbarten Konversion muss die Diakonie Himmelsthür bis Sommer 2023 vielen Kunden neue Wohnangebote unterbreiten, die nicht im alten Immobilienbestand auf dem Gelände an der Dr.-Klingenberg-Straße liegen. „Das Sozialministerium hat bereits zu Beginn der Maßnahme festgestellt, dass sich eine Investition in die alten Gebäude nicht mehr lohnt“, so Arendt-Uhde. „Wir müssen in neue Häuser investieren. Wir müssen für die Kunden attraktiv sein, sonst entscheiden sie sich gegen uns.“

Daher kam auch der Plan, 36 Menschen, zum Beispiel Autisten und andere stresssensible Personen, ein neues Zuhause in ebenerdigen Gebäuden zu bieten. Geplant waren kleine Wohngemeinschaften mit eigenen Räumen, damit sich die Betreuten zurückziehen können. Die Versorgung in der Nacht sollte dann über das Personal im Haus „Herzogin Elisabeth“ realisiert werden.

Vor rund einem halben Jahr trafen sich Mitglieder der Interessengemeinschaft, Ausschussmitglieder sowie Vertreter der Diakonie auf dem Gelände, um nach neuen Standorten zu suchen. So wurden Bereiche ins Auge gefasst, in denen deutlich weniger Bäume hätten gefällt werden müssen. Es wurde darauf verwiesen, dass die Zeit drängt, da die Diakonie schon bald bauen muss.

„Seitdem ist nichts mehr passiert“, so Arendt-Uhde. „Das ist außerordentlich bedauerlich.“ Denkbar sei, dass das geplante Projekt nun nicht mehr in Wildeshausen realisiert werde.

Während die Stadtverwaltung zuletzt im Beschlussreporting des Bauausschusses erklärte, die Angelegenheit würde bis auf Weiteres zurückgestellt, plant die Diakonie, mit neuen Konzepten weiter auf dem Gelände zu agieren. Darüber, so Arendt-Uhde, sei der Bürgermeister informiert. Was konkret geplant ist, wollte der Geschäftsführer auf Nachfrage noch nicht erläutern. Man sei aber in der Prüfung für ein anderes Projekt, von dem auch Personen profitieren könnten, die ursprünglich in die Neubauten hätten einziehen sollen. Auf dem Gelände gibt es laut Arendt-Uhde genügend Platz, um neue Pläne zu entwickeln. Diese könnten den Abriss alter Gebäude beinhalten. Auf dem Grundstück sei dann Platz für neue Häuser. Wenn die Konzepte spruchreif seien, würde die Öffentlichkeit davon erfahren. Schließlich müsse bei jeder baulichen Veränderung ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden.

Von den ursprünglich 410 Bewohnern des Zentralgeländes sind jetzt noch 200 Personen beheimatet. Einige von ihnen sollen auf jeden Fall auf dem gewohnten Areal bleiben. „Dafür sprechen sich auch viele Verwandte unserer Kunden aus“, betont Arendt-Uhde.  dr

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