Politik möchte Himmelsthürgelände besichtigen

Diakonie-Pläne zurückgestellt

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Für einen Neubau links neben dem Fußweg müssten einige Bäume gefällt werden.

Wildeshausen – Der Plan der Diakonie Himmelsthür, am Ende des Zuschlagsweges in Wildeshausen drei neue Gebäude auf einem Waldgrundstück zu errichten, droht vorerst zu scheitern. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur sowie des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt sprachen sich am Donnerstagabend dafür aus, den Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Realisierung des „Wohnprojektes Zuschlagsweg“ zunächst zurückzustellen. Eine von der Himmelsthür in Aussicht gestellte Alternativfläche wurde nicht weiter thematisiert.

Wie berichtet, möchte die Diakonie Wohnmöglichkeiten für 36 Personen schaffen, die einen erhöhten Assistenzbedarf haben. Die durchgehend barrierefreien Angebote sollen aus drei sich gegenüberliegenden, eingeschossigen Neubauten für je zwölf Personen bestehen.

Der Arbeitskreis „Quartier Diakonie Himmelsthür“ der Stadt hatte sich schon im März zunächst für eine Gesamtbetrachtung zur Nachnutzung des Areals im Rahmen von „Wildeshausen 2030“ ausgesprochen. „Die Empfehlung, den Antrag der Diakonie zurückzustellen, ist uns nicht leicht gefallen“, betonte Fachbereichsleiter Bau, Hans Ufferfilge. 

Als Alternative könnte sich die Diakonie vorstellen, dieses Gebäude abzureißen und dort neu zu bauen.

Es zeigte sich jedoch, dass die Politik dafür Rückendeckung geben wollte – wobei die Einschätzung, was auf dem Diakoniegelände passieren soll, durchaus unterschiedlich sind. „Wir können nicht neue bebaubare Flächen ausweisen, bevor nicht klar ist, was mit den alten Gebäuden geschieht“, erklärte Rainer Kolloge (UWG). Er könne sich nur vorstellen, dass auf bereits bebauten Areale neue Gebäude entstehen dürften, keinesfalls dürfe man die Natur angreifen. Das sah auch Kreszentia Flauger (Linke) so: „Die Diakonie kann Alternativvorschläge machen, wo bereits bebaute Grundstücke vorhanden sind“, betonte sie.

Jens-Peter Hennken berichtete, dass die CDW-Fraktion einen Ortstermin mit dem Regionalgeschäftsführer der Diakonie, Jörg Arendt-Uhde, gehabt habe. „Die Diakonie muss auch in Zukunft ein Bestandteil unserer Stadt bleiben. Sie muss laut Vertrag das Bauprojekt bis 2023 umsetzen, kann also nicht warten, bis wir entschieden haben, was das Projekt ,Wildeshausen 2030‘ für das Stadtquartier Himmelsthür bringt“, erklärte er. Seine Fraktion wolle schon bald Vorschläge unterbreiten, wie eine Realisierung möglich sei, ohne zu viel wertvollen Baumbestand zu vernichten und den Charakter des Gebietes nachhaltig zu verändern. „Es gibt viele Möglichkeiten dazu“, führte Hennken aus. „Man kann alle Interessen unter einen Hut bringen.“

Das fand auch Bürgermeister Jens Kuraschinski. „Wir dürfen nicht die Hände in den Schoß legen“, erklärte er. Die Stadtverwaltung sei in guten Gesprächen mit der Diakonie, um Lösungen zu finden, die auch den Anwohnerinteressen entsprechen.

Als ersten Schritt wird es vor der Bauausschusssitzung im Mai eine Begehung des Areals geben. „Wir müssen das Gebiet in der Gesamtheit anschauen und sehen, was dort gemacht werden könnte“, betonte Ausschussvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD). Damit war auch Kolloge einverstanden. „Auf dem Areal wird es aber mit uns nie ein Baugebiet geben“, setzte er einen Pflock ein, dass zunächst die alte Bausubstanz und bebaute Flächen genutzt werden sollen.  

dr

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