Konzepte für Wohnungen und Gastronomie

Diakonie findet Investor für Zentralgelände

Das Haus „Herzogin Elisabeth“ bleibt im Besitz der Diakonie.
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Das Haus „Herzogin Elisabeth“ bleibt im Besitz der Diakonie.

Seit Jahrzehnten leben Menschen mit Assistenzbedarf auf dem Zentralgelände der Diakonie Himmelsthür an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen. Nun wurde ein Großteil des Areals an einen Investor verkauft, der dort unter anderem Wohnungen plant.

  • Die Diakonie verkauft einen Großteil ihres Zentralgeländes an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen.
  • Investoren sind die Gebrüder Hellmers aus Wildeshausen.
  • Geplant sind unter anderem Wohnungen.

Die Diakonie Himmelsthür hat einen Investor und Nachnutzer für ihr Zentralgelände an der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen gefunden: Die beiden Wildeshauser Peter und Philipp Hellmers, die ein Architektur- und Planungsbüro führen, erhalten den Zuschlag. Die Diakonie will bis Ende 2025 fast das ganze Gelände verlassen, bleibt aber im Besitz einiger Waldflächen und zweier Häuser, kündigt Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde an.

Konkret gehen alle Gebäude bis auf den Betrieb der Firma Catering Himmelsthür und das Haus „Herzogin Elisabeth“ an die Gebrüder Hellmers. Weiterhin soll Kalt- und Warmverpflegung auf dem Gelände zubereitet sowie ausgeliefert werden. Und im Haus „Herzogin Elisabeth“ werden weiterhin Menschen mit Assistenzbedarf leben, die sich nach der langen Zeit auf dem Zentralgelände einen Umzug schlecht vorstellen können. „Diesen Wunsch teilen sie mit vielen Menschen, die lange Zeit an einem Ort gewohnt haben. Und diesem Wunsch wird hier entsprochen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Diakonie. Die beiden genannten Gebäude sowie der umliegende Wald verbleiben deshalb im Eigentum der Himmelsthür.

Philipp Hellmers berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, es gebe Konzepte für modernes Wohnen und Gastronomie. Einige Gebäude sollten erhalten werden. Ökologische und soziale Aspekte würden berücksichtigt. Nähere Details würden im Rahmen eines Pressegesprächs, vermutlich im kommenden Monat, verkündet. Allgemein freut er sich sehr, den Zuschlag erhalten zu haben. „Das ist ein Kleinod für Wildeshausen, das es so nicht noch einmal gibt.“ Er hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Derzeit lässt der Flächennutzungsplan dort nur eine gesundheitliche Nutzung zu.

Die Diakonie habe mit dem Investor schon sehr positive Erfahrungen bei einem Bauprojekt in Kirchweyhe (Landkreis Diepholz) sammeln können und freue sich, das Areal dann in seine Hände übergeben zu können, heißt es in der Mitteilung. Damit die jetzt noch bewohnten Häuser Ende 2025 auch wirklich leer stehen, ist für dieses Jahr zunächst die Eröffnung zweier neuer Wohnangebote in Goldenstedt und Hude geplant. Voraussichtlich im Jahr 2023 können in einem nächsten Schritt einige Bewohner nach Syke umziehen. Weitere neue Wohnmöglichkeiten werden folgen, um den Abschluss des Umwandlungsprozesses pünktlich zu erreichen, so die Diakonie. Wie bisher werde es für alle Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, auch in Zukunft bei der Diakonie Himmelsthür für und mit Menschen mit Assistenzbedarf tätig zu sein.

Dass sich die Diakonie irgendwann vom Zentralgelände verabschieden würde, hat sich in den vergangenen Jahren angedeutet. Der Prozess zur Normalisierung der Lebens- und Arbeitswelt der Bewohner ist seit 2009 projektiert und mit einer ganzen Reihe von neuen Angeboten auch schon in die Umsetzung gegangen. Neu ist nun, dass nach zwölf Jahren der konkrete Zeitpunkt für den Abschluss dieses Prozesses in den Blick rückt: Im Dezember 2025 soll es so weit sein.

Der Konversionsprozess der Diakonie wird unter anderem begleitet von Aktion Mensch. Der Verein unterstützt Unternehmen finanziell, die Menschen mit Assistenzbedarf mehr Inklusion ermöglichen wollen, so wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehen ist. Dazu gehört zum Beispiel, möglichst genau auf die individuellen Bedarfe der einzelnen Menschen einzugehen oder Angebote in einem normalen Wohnumfeld zu schaffen sowie Arbeitsmöglichkeiten, die die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung fördern.

„Wir freuen uns, dass uns das immer mehr und immer besser gelingt. Und wir hoffen sehr, dass wir auf diese Weise unseren Bewohnern ein erfüllteres Leben ermöglichen, als sie es vorher gehabt haben“, kommentiert Ines Trzaska aus dem Vorstand der Diakonie die Entwicklung auf dem Zentralgelände in Wildeshausen.

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