Ausbildung bei der Post

Diakon Rainer Lübke geht nach 34 Jahren in Rente

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Diakon Rainer Lübke schließt die Tür zum Jugendhaus beim Remter in Wildeshausen ab. Lange Jahre kümmerte er sich um die Konfirmanden. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Wildeshausen - Er hat 14 Pastoren und Vikare „überlebt“: Am Sonntag, 23. Dezember, ab 10 Uhr wird Diakon Rainer Lübke nach 34 Jahren im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde Wildeshausen mit einem Gottesdienst in der Alexanderkirche verabschiedet. Der 63-Jährige trat 1984 sein Amt als Diakon an. Zum Vergleich: Pastor Lars Löwensen war damals noch im Konfirmandenalter.

Lübke und Löwensen sowie die beiden anderen evangelischen Wildeshauser Pfarrer Markus Löwe und Beatrix Konukiewitz treffen sich im Remter, um über alte Zeiten zu sprechen. Lübke hat sein Archiv geplündert, reicht Zeitungsartikel und Fotos herum. Löwe spricht angesichts der langen Wirkungsdauer des 63-Jährigen in der Kreisstadt von „sehr positiver Kontinuität“. Lübke sei ein „wichtiger Partner, um die Gemeinde zu verstehen“. Konukiewitz ergänzt: „Ohne dich wäre die Kirchengemeinde ja tot gewesen.“ Dabei wandelte der so Gepriesene einst auf ganz anderen Spuren.

Lübke kommt aus Pinneberg in Schleswig-Holstein. Nach der Schule machte er eine Ausbildung bei der Post, wurde Elektromechaniker. Ein Lehrberuf, den es heute so nicht mehr gibt und den der spätere Geistliche auch nicht lange ausübte. Stattdessen erinnerte er sich an seine religiösen Wurzeln. 

Schon als 16-Jähriger hatte er Konfirmanden unterrichtet. Und so kehrte er dem Staatskonzern den Rücken. Die Ausbildung zum Diakon absolvierte Lübke ab Ende der 70er-Jahre in Falkenburg (Ganderkesee). Und nach einer kurzen Zeit in der Gemeinde Ritterhude, ging es nach Wildeshausen, wo sich der Schleswig-Holsteiner erst einmal der Jugendarbeit widmete.

„Rainer Lübke: drei Jahre an der Macht“ lautet die Schlagzeile einer Konfirmandenzeitung, die die Jugendlichen für ihren Diakon gemacht hatten. Der war durchaus flott unterwegs – Fotos zeigen ihn immer wieder in Sandalen. „Tempelflitzer“, sagt der 63-Jährige mit einem Grinsen. Unzählige Konfirmanden betreute er in all den Jahren. „Mmhh, das ist schon eine lange Zeit“, blickt er zurück. Er habe viele ganz unterschiedliche Menschen getroffen.

Mitte der 90er-Jahre wurde es weniger mit der Jugendarbeit. „Ich bin älter geworden und habe dann Besuchsdienste gemacht“, erzählt Lübke, der sich in der Folge auch der Seniorenarbeit widmete. Vor ein paar Jahren trat er beruflich kürzer. Zuletzt waren es nur noch ein paar Stunden pro Woche, die er arbeitete. Damit ist jetzt Schluss. Im Gottesdienst am Sonntag wird er entpflichtet. Und dann? „Ich mache Aikido und fotografiere gerne“, sagt Lübke. Hobbys, für die er nun mehr Zeit hat. 

bor

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