Kundgebung mit 80 Menschen auf dem Wildeshauser Marktplatz

Deutlicher Protest gegen Querdenker

Kundgebung auf dem Marktplatz: Versammlungsleiter Joshua Walther formulierte den Protest gegen Corona-Leugner und Querdenker.
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Kundgebung auf dem Marktplatz: Versammlungsleiter Joshua Walther formulierte den Protest gegen Corona-Leugner und Querdenker.

Wildeshausen – Exakt eine Woche, nachdem etwa 80 Personen in Wildeshausen einen nicht angemeldeten und genehmigten „Abendspaziergang“ als Protest gegen die geplanten Verschärfungen der Corona-Verordnung unternommen hatten, wollten rund 80 Wildeshauser den Marktplatz und die Innenstadt diesen Personen nicht noch einmal überlassen.

Das Bündnis „MiCou“ (Mit Courage gegen Rechts) hatte zu einer angemeldeten Kundgebung aufgerufen.

Allerdings hatte sich auch eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen am Rande des Marktplatzes zusammengefunden, die zu Beginn hörbar ihren Protest formulierte.

Sehr schnell waren die Anhänger der sogenannten Querdenker-Szene von Transparenten umringt, auf denen „Kein Platz für Antisemitismus“ und „Querdenken ist Antisemitismus“ stand. „Wir wollen hier doch nur spazieren gehen“, ereiferten sich Menschen aus der Gruppe der Gegendemonstranten. Polizei-Einsatzleiter Frank Gravel erlaubte den Protestierenden jedoch keinen Gang durch die Stadt, weil sie das nicht angemeldet hatten. Er gestatte ihnen lediglich, sich auf dem Stellmacherplatz zu treffen und begleitete sie dort hin. Das schien den meisten jedoch nicht zu gefallen, sodass sich das Treffen recht schnell auflöste.

Auf dem Marktplatz berichtete „MiCou“- Versammlungsleiter Joshua Walther darüber, was vor einer Woche in Wildeshausen vorgefallen war. „Wir stehen hier, wo vor sieben Tagen Querdenker standen“, betonte er. „Spalterisches Gedankengut hat keinen Platz in unserer Gesellschaft. Querdenken ist antisemitisch. Nachdenken, statt Querdenken.“

Protest von Querdenkern: Die Polizei forderte etwa 20 bis 30 Leute auf, zum Stellmacherplatz zu gehen.

Dafür gab es viel Beifall aus der Bürgerschaft. Unter anderem die Jusos in der SPD und die Grünen zeigten mit Fahnen und Schildern, dass sie sich gegen Querdenker wehren. Es war auch ein Schild „Omas gegen Rechts“ zu sehen.

Ralf Beduhn kritisiert „Staatsversagen“ bei Corona-Politik

Der Wildeshauser Ralf Beduhn von der Initiative „MiCou“ zeigte sich in seinem Redebeitrag verärgert darüber, dass angesichts von 5,2 Millionen Toten in Verbindung mit Corona weltweit und mehr als 100.000 Opfern in Deutschland nicht alles getan werde, um die Pandemie einzudämmen. Er sprach von „Staatsversagen“, dass der Patentschutz für die Vakzine noch immer nicht aufgehoben sei. Es sei unverantwortlich, dass in den Fußballstadien 50.000 Menschen versammelt gewesen seien. „Das Covid-Virus wird sich nicht nur über jedes Tor gefreut haben“, so Beduhn, der es zudem für nicht hinnehmbar hält, dass Coronaleugner und Impfgegner so lange unter Schutz gestellt wurden und damit für eine Ausbreitung des Virus gesorgt hätten. Es sei erwiesen, dass Impfen gegen Corona helfe, sagte Beduhn. Das sei beispielsweise daran zu erkennen, dass die Länder, die eine hohe Impfquote hätten, derzeit weniger unter Druck ständen.  

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