Notgedrungen gewechselt

Der Wildeshauser Darius Marciniak läuft einen Halbmarathon mit Barfußsandalen

Mit Sandalen unterwegs: Darius Marciniak beim Marathon in Bremen.
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Mit Sandalen unterwegs: Darius Marciniak beim Marathon in Bremen.

Barfußsandalen statt Laufschuhe: Der Wildeshauser Darius Marciniak läuft mit ungewöhnlichem Schuhwerk. Und damit ist ihm seine persönliche Bestzeit gelungen.

„Hast du eine Wette verloren?“ Sprüche wie diesen hört der Wildeshauser Darius Marciniak häufiger, wenn er laufen geht. Das liegt daran, dass er auf „Huarache Barfuß-Sandalen“ aus Leder unterwegs ist, die sich deutlich von normalen Laufschuhen abheben. Jetzt hat der 37-Jährige einen Halbmarathon in Bremen absolviert und ist mehr als glücklich mit seinem ungewöhnlichen Schuhwerk. Allerdings ist er nicht freiwillig gewechselt.

Sportlich war Marciniak schon immer. Früher spielte er Fußball. Aber weil er im Schichtdienst als Teamleiter in der Logistikabteilung des Flughafens Bremen arbeitet, konnte er nicht mehr regelmäßig trainieren und verlegte sich aufs Laufen. Doch obwohl er eigentlich fit war, taten ihm öfter die Knöchel oder Knie weh.

Der zweifache Familienvater tat die Schmerzen als Muskelkater ab. Der Wildeshauser lief zweimal einen Halbmarathon (Bestzeit: eine Stunde und 57 Minuten) und sonst ein paarmal in der Woche durch den Wald. Bis 2019, da ging dann plötzlich gar nichts mehr: Er musste einen Halbmarathon abbrechen, weil er seine Beine nicht mehr hochheben konnte. Wasser in beiden Knien und Entzündungen, stellte ein Arzt fest. Eine Operation stand im Raum.

Starke Knieschmerzen führen zu Umdenken

Stattdessen schluckte Marciniak erst einmal Tabletten und legte die Füße hoch. Es wurde etwas besser, aber nicht wieder so wie vorher. Da erinnerte sich der 37-Jährige an ein Buch, das er schon vor den Problemen geschenkt bekommen hatte: „Born to run“. Darin wird beschrieben, mit welchen Sandalen die Tarahumara, eine indigene Ethnie in Mexiko, unterwegs sind.

„Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals damit zu laufen“, sagt Marciniak, der seine Meinung aber angesichts anhaltender Knieprobleme änderte. Am 1. Januar 2020 ging es in die erste Runde mit den Ledersandalen. „Es war echt nicht einfach“, blickt der 37-Jährige zurück. Er habe jeden Stein gespürt und sei wesentlich langsamer als vorher gewesen. Erst wollte er die neue Ausrüstung schon wieder wegschmeißen.

Zweieinhalb Monate dauerte die Umstellung

Aber der Wildeshauser blieb dran. Und dann, nach zweieinhalb Monaten hatte sich sein Körper an das neue Schuhwerk gewöhnt. Die Zeiten wurden besser. Und er fühlte sich auch besser, hatte keine Knieschmerzen mehr. „Die Füße müssen sich erst einmal daran gewöhnen“, sagt Marciniak mit Blick auf die Sandalen.

Allerdings war er dann ein wenig zu euphorisch, belastete seinen Körper zu stark und litt unter einer entzündeten Sehne. Nachdem das ausgeheilt war, begann er zu trainieren. Unbedingt wollte der Familienvater wieder eine größere Strecke laufen. Und beim Halbmarathon am Sonntag in Bremen ging er dann schließlich an den Start. Interessiert bis amüsiert beäugt von den anderen Sportlern.

Auch bei Minusgraden laufen

Marciniak, der selbst sagt, seine Leistung hänge stark von der Tagesform ab, erwischte keinen guten Start, denn seine Uhr zum Zeitmessen hatte er in Wildeshausen vergessen. Also lief er erst mal los, orientierte sich an den sogenannten „Pacemakern“, die die Geschwindigkeit des Felds vorgeben. „Ich bin zu schnell gestartet, sodass mir nach zwölf Kilometern die Puste ausging“, sagt Marciniak, der auch mit dem starken Wind zu kämpfen hatte. Trotzdem sammelte er sich wieder und schaffte es ins Ziel. „Eine Stunde, 56 Minuten und 52 Sekunden, eine neue persönliche Bestzeit“, freut sich der Wildeshauser, der seine Sandalen nicht mehr missen möchte.

Mit denen wagt er sich übrigens auch bei Eis und Schnee vor die Tür – allen Minusgraden zum Trotz. „Meine Füße sind immer warm“, sagt der 37-Jährige, der inzwischen auch im Alltag fast komplett auf Barfußschuhe umgestiegen ist.

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