Polizisten zeigen ihre Ausrüstung 

Vom Notfallteddy über den Kuhfuß bis hin zur Pistole

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Polizistin Julia Schröder hält den Notfallteddy hoch, der zur Standardausrüstung gehört. Auf der Decke vor ihr liegt der Inhalt des Kofferraums eines Streifenwagens ausgebreitet.

Delmenhorst - Von Ove Bornholt. Wenn die Polizisten Julia Schröder (30) und Maik Hannebauer (24) zum Notfallteddy greifen, gilt es, Kindertränen zu trocknen. Mit dem Kuscheltier wollen sie Mädchen und Jungen, die zum Beispiel nach einem Unfall geschockt oder traumatisiert sind, etwas in die Hand geben, um sie ein Stück weit abzulenken.

Der Bär gehört zur Standardausrüstung der Streifenwagen der Polizeiinspektion Delmenhorst, die für den Landkreis Oldenburg zuständig ist. Zurzeit wird polizeiintern und im Innenministerium diskutiert, welche Einsatzmittel künftig mitgeführt werden müssen (wir berichteten). Aber was haben die Beamten eigentlich alles so dabei? Für unsere Zeitung geben sie einen Einblick.

Der Kofferraum des Streifenwagens, ein VW Passat mit 160 PS, ist bis oben hin vollgepackt. Taschen, Koffer, Atemschutzmasken, eine Schaufel und noch viel mehr ist zu sehen. Das scheinbare Chaos folgt jedoch einem Muster, denn grundsätzlich gilt: Was nach vorne geräumt wurde, wird häufiger gebraucht. Der Einsatzkoffer, ein kleiner, schwarzer Kunststoffbehälter, enthält Material, das sehr oft verwendet wird, und steht dementsprechend so, dass er nach dem Öffnen des Kofferraums in Griffweite ist. Der Koffer birgt neben einer Digitalkamera auch eine schmale, stiftförmige Diagnostikleuchte, ein Laie würde von einer Taschenlampe sprechen. Sie dient dazu, ungewöhnliche Pupillenreaktionen von Autofahrern festzustellen. Gleich daneben steckt ein Alkomat mit Aufsätzen zum Pusten für Alkoholsünder. Auch ein EC-Kartenlesegerät ist vorhanden.

Spurensichern gelingt mit dem richtigen Koffer

Für das Sichern von Spuren wie Finger- und Schuhabdrücken ist ein weiterer Koffer an Bord. „Es ist alles einfach gehalten“, sagt Hannebauer. „Für kleine Einbrüche zum Beispiel.“ Bei Bedarf rücke die Tatortgruppe zur Sicherung von Beweisen aus.

Für Unfälle gibt es Nissenleuchten und Kegel sowie Flatterband zum Sichern. Auch Schaufel und Besen liegen im Kofferraum, um zum Beispiel Glassplitter zu entfernen. Das Erste-Hilfe-Material unterscheidet sich nicht von dem in normalen Autos.

Einen Kuhfuß haben dagegen die wenigsten Leute mit dabei. Die Beamten nutzen das Werkzeug unter anderem dazu, herausgehobene Gullydeckel wieder einzusetzen, wie Schröder erklärt.

Noch gänzlich unbenutzt sind die SK4-Platten, mit denen sich die Schutzwesten der Beamten so verstärken lassen, dass sie großkalibrigen Waffen Widerstand leisten können. Die schweren Platten liegen ganz hinten im Kofferraum. Dass die Polizei bei Terrorlagen zusätzlich andere Bewaffnung als Pistolen einsetzt, ist kein Geheimnis. Ob allerdings immer eine Maschinenpistole mitgeführt wird, wollen die Beamten nicht preisgeben.

Atemschutzmasken im Kofferraum

Neben Behältern voller Ersatzformulare finden sich im hinteren Teil des Kofferraums auch Atemschutzmasken. Diese ermöglichen allerdings nur die Flucht, wenn giftige Gase austreten sollten. Für einen längeren Einsatz sind sie nicht ausgelegt.

Jeder Beamte führt ergänzend zur Standardausrüstung noch eine persönliche Einsatztasche mit, in der zum Beispiel Regenjacken, Hygienemasken für eine Mund-zu-Mund-Beatmung oder Formulare je nach Gusto verstaut sind.

Zudem tragen die Polizisten ihre Pistole, ein Ersatzmagazin, Pfefferspray, Handfesseln und ihren Schlagstock direkt am Gürtel oder in Reichweite. Da kann es im Wagen schon mal eng werden.

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