Angebot im Mehrgenerationenhaus

Sozialberatung:„Datenschutz ist extrem“

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Linda Vietor (links) und Sandra Scholz während eines Beratungsgespräches im DRK-Haus.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Wer kennt es nicht, das Problem mit behördlichen Unterlagen und Fragebögen? Nicht selten sind die Bürger dann restlos überfordert, wenn es darum geht, Anträge oder dergleichen zu stellen.

Hilfestellung gibt in diesen Fällen Linda Vietor, die zweimal pro Woche – montags von 17 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 12 Uhr – im DRK-Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen eine Sozialberatung anbietet. Und das schon seit sechs Jahren.

„Dieses Angebot ist überaus wichtig, weil es in der Kreisstadt sehr viel Menschen gibt, die in diesen Punkten Rat suchen“, sagt die Leiterin des DRK-Hauses, Sandra Scholz. „Und dabei handelt es sich nicht etwa nur um die Flüchtlinge, die hier leben.“

Das war eine Aussage, die Vietor nur bestätigen konnte: „Allerdings gibt es auch viele ausländische Mitbürger, die zu mir kommen, um sich Rat zu holen.“ Ein sehr großes Thema seien Kinder, die eine Förderung benötigen, die von Ärzten verordnet wird: „Das muss ich dann vermitteln, was mit einigen Schriftstücken zusammenhängt.“ Al-lerdings mache sie auch Hausbesuche, wenn es darum geht, die Bürger zum Beispiel über Pflegegeld zu beraten und dieses zu beantragen.

Derzeit hat es Vietor mit einem Fall zu tun, der sich als langwierig erwiesen hat: „Es handelt sich um eine 30-jährige Flüchtlingsfrau, die schon sehr lange hier ist und auch gutes Deutsch spricht.“ Diese Frau habe früher in einem Hotel gearbeitet und wollte nun Friseurin werden: „Allerdings ist sie vor zwei Jahren an der Schulter operiert worden. Sie hatte auch einen Ausbildungsplatz gefunden.“ 

Leider habe sie während des Praktikums feststellen müssen, dass sie diesen Beruf aufgrund ihrer lädierten Schulter nicht ausüben kann: „Wir hatten schon Ausbildungsbeihilfe beantragt. Das muss nun alles rückgängig gemacht werden. Selber kann sie das nicht regeln. Unter anderem musste ein Attest beigebracht werden, um es dem Sozialamt vorzulegen.“

Immer wieder kämen Ratsuchende ins DRK-Haus, die auf Wohnungssuche sind. „Aber in den meisten Fällen kann ich diesen Menschen nicht mehr helfen.“ Weitere Punkte seien Arbeitssuche sowie der Umgang mit Behörden: „Leider ist der Datenschutz heute bei den Ämtern so extrem geworden, dass es mir oftmals schwerfällt, spontan zum Wohle der Menschen zu arbeiten.“

Die Beratung sei in der Tat sehr breit gefächert. „Aber es macht viel Freude, den Menschen zu helfen. Wir bekommen von den Ratsuchenden sehr viel zurück“, waren sich Vietor und Scholz einig. Das sei stets sehr viel Lohn für die ehrenamtliche Tätigkeit.

Es war 2011, als Vietor bei der Stadtverwaltung aufgehört hat. „Damals hat Frau Scholz mich gefragt, ob ich nicht eine solche Beratung anbieten könnte. Diese hat sich schnell etabliert, sodass ich die Sprechstunden jetzt zweimal pro Woche anbiete“, betonte Vietor.

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