Winterdienst auf der Autobahn: Drei Einsätze gab es bereits

„Das Problem sind immer null Grad“

Ein Streufahrzeug steht neben einer Lagerhalle
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Bereit zum Streueinsatz: Aus der Lagerhalle kommt das Salz über das Schnellladesilo in die Fahrzeuge, die selbstgemischte Sole wird in zwei Kanister gefüllt.

Vossberg – Dreimal sind die Streufahrzeuge der Autobahn- und Straßenmeisterei Wildeshausen in diesem Winter bereits ausgerückt. Horst Dietz, Leiter des Standorts, schaut nach: Am 5., 6. und 8. Dezember sei das gewesen. „Das Problem sind immer null Grad“, erklärt er, „und Schnee.“

Denn wenn Temperaturen rund um den Gefrierpunkt herrschen und Feuchtigkeit hinzukomme, sei die Glättegefahr besonders groß. Am liebsten sei ihm eigentlich ein strenger, trockener Winter mit Minusgraden – aber das sei in der Region eher untypisch und auch seit Längerem nicht mehr vorgekommen.

Für Dietz und sein Team in Vossberg hat die Winterdienstsaison bereits am 1. November begonnen. Seitdem sind die fünf Lkw und die zwei Unimogs einsatzbereit, 1 500 Tonnen Salz lagern in der großen Halle auf dem Hof der Meisterei. Doch eine entscheidende Veränderung gibt es in diesem Jahr: Die Straßenwärter sind nur noch für die Autobahnen in ihrem Gebiet zuständig, größtenteils ist das die A 1. Hinzu kommen einige Kilometer der A 28 und A 29.

Sonden in der Fahrbahn zeigen die Temperatur an

Da ab Januar die Bundesfernstraßenverwaltungsreform greift, im Zuge derer der Standort Vossberg zu einer reinen Autobahnmeisterei wird, sollte ein Zuständigkeitswechsel mitten im Winter vermieden werden. Deshalb kümmert sich die Straßenmeisterei Delmenhorst bereits jetzt um den Winterdienst für die Landes- und Kreisstraßen.

Aber 60 Kilometer Autobahn inklusive drei Autobahnkreuzen zu betreuen, ist auch nicht ohne. Das Team muss die Wetterentwicklung genau im Blick behalten. Dabei helfen Oberflächensonden, die in die Fahrbahn eingelassen sind. Die runden Geräte, die etwa zwölf Zentimeter Durchmesser haben, übermitteln ihre Daten an Messstationen am Rand der Autobahn. Sie seien in gewissen Abständen aufgebaut und sähen aus wie kleine grüne Häuschen, erläutert Dietz. Zeigen die Instrumente einen Trend Richtung null Grad an, wird die Autobahnmeisterei aktiv.

Unter anderem sei es möglich, als vorbeugende Maßnahme Sole zu sprühen – eine Besonderheit der hiesigen Meisterei, sagt Dietz. Das Salz-Wasser-Gemisch mit einem Salzanteil von 21 Prozent hat eine größere Reichweite als das reine Salz und kann zudem breiter aufgebracht werden. Es werde aber auch bei normalen Streueinsätzen genutzt, um das Salz anzufeuchten, sagt er. Das habe drei Vorteile: „Es haftet auf der Fahrbahn, die Tauwirkung ist schneller und wir brauchen weniger Salz.“ Alternativen wie Sand seien auf der Autobahn keine Lösung.

Horst Dietz, Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei, hat 1500 Tonnen Streusalz auf Lager.

Auch bei der Personalplanung muss Dietz im Winter auf das Wetter schauen. Sieht es nach einem potenziellen Einsatz aus, muss eine Rufbereitschaft her: Drei Straßenwärter plus eine Bürokraft sind dann vor Ort in Vossberg, vier weitere Fahrer können bei Bedarf angefordert werden. So können alle sieben Fahrzeuge ausrücken. Bei Bedarf wird der Streuer noch montiert, was dank neuer Technik teilweise nur rund zehn Minuten dauert. Am Schnellladesilo nehmen sie dann 5,5 Kubikmeter Salz sowie 2 000 Liter Sole auf.

Dann geht es mit Tempo 40 oder 45 auf die Autobahn – in der Regel mitten in der Nacht. „Wir wollen ja nicht im Berufsverkehr streuen“, erklärt Dietz. Etwa zwei Stunden dauere die Tour. „Was uns immer viel Arbeit macht, sind die Autobahnkreuze und -dreiecke.“ Denn um sämtliche Abschnitte zu befahren, müssen die Straßenwärter – wie alle anderen auch – bis zur nächsten Anschlussstelle fahren, um die Fahrtrichtung zu wechseln. Die Vossberger sind für drei dieser Spezialbereiche zuständig: Ahlhorner Heide, Stuhr und Delmenhorst. Derzeit sei die Lage aber entspannt, sagt der Meistereileiter: „Bis Weihnachten sieht es relativ frühlingshaft aus.“

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