Verwaltung arbeitet an abgespecktem Raumkonzept für das Urgeschichtliche Zentrum

Darf‘s auch etwas kleiner sein?

Hier soll es rein: Das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen ist im alten Feuerwehrhaus geplant. 
Foto: bor
+
Hier soll es rein: Das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshausen ist im alten Feuerwehrhaus geplant. Foto: bor
  • Ove Bornholt
    vonOve Bornholt
    schließen

Wildeshausen – Seit Jahren ist von einem Urgeschichtlichen Zentrum (UZW) in Wildeshausen die Rede. Und jetzt, wo eine Realisierung im alten Feuerwehrhaus zum Greifen nah ist, kommt Corona. „Die gegenwärtige unsichere Finanzsituation und die derzeitigen erheblichen Kostensteigerungen in der Baubranche erfordern unter Festhaltung des Projektes UZW aus Sicht der Verwaltung eine Neubewertung des Raumkonzeptes, um insbesondere die Belastungen für die Stadt möglichst zu reduzieren“, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Sport und Kultur am Mittwoch, 1. Juli, ab 17 im Wildeshauser Rathaus. Heißt: Die Stadtverwaltung will das UZW nach wie vor, aber nur in abgespeckter Form.

Wie genau das aussehen soll, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. „Die Verwaltung arbeitet gegenwärtig sowohl unter Berücksichtigung der erlassenen Haushaltssperre als auch unter Beachtung der Erfordernisse an das Förderprogramm an einem verkleinerten Raumkonzept“, heißt es weiter. Da der Punkt ja in weniger als einer Woche im Ausschuss beraten werden soll, ist davon auszugehen, dass die abgespeckte Version bis dahin fertig ist.

Beim Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen ist bekannt, dass die Stadt an einem neuen Raumkonzept arbeitet. „Es kommt darauf an, was dabei herauskommt“, sagt die Vorsitzende Svea Mahlstedt. „Man darf das Projekt nicht kaputt sparen.“ Grundsätzlich sei sie jedoch kompromissbereit. „Wir lassen gerne mit uns reden, aber das UZW muss auch mit einem verkleinerten Raumkonzept zu betreiben sein.“

Eigentlich sei der jetzige Entwurf schon recht optimal, wenn nicht sogar ausbaufähig. „Im Obergeschoss ist ein Raum noch nicht genutzt, den könnte man noch gut mit hinzunehmen“, sagt Mahlstedt. Aber sie sieht auch ein, dass es finanzielle Zwänge gibt. „Man kann nur die Schritte machen, die möglich sind.“

Zuletzt waren die Vorarbeiten für die Umsetzung des UZW eigentlich gut vorangekommen. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Zukunft Stadtgrün“ ist das alte Feuerwehrhaus mit einem Nutzungskonzept aufgenommen worden. Und der Stadt ist es gelungen, die Eigentumsverhältnisse auf dem Vorplatz des Gebäudes zu klären: Das leer stehende Burmeister-Haus gehört inzwischen der Stadt, die es abreißen will. So könnten zum Beispiel Busse mit UZW-Besuchern besser vorfahren.

Nun sind noch einige Fragen zu klären, bevor es weiter geht. Offen ist auch noch, wie die Trägerschaft gestaltet wird. Die Beratung zu der Frage soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, meint die Verwaltung.

CDU: „Komprimierte Version“ planen

Auch die CDU hat sich in der Sache zu Wort gemeldet. Die Christdemokraten beantragen, „eine komprimierte Form des UZW zu planen“. Gleichzeitig sei mit dem Land zu klären, ob und in welchem Umfang die reduzierte Version förderfähig ist. Außerdem schlägt der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sasse vor, bei der Wildeshauser Schützengilde anzufragen, ob Interesse für eine Übernahme unter Einbeziehung einer reduzierten UZW-Nutzung besteht und eine Verwendung der Einrichtung für gemeinnützige Wildeshauser Vereine oder als Bürgerhaus und Begegnungsstätte denkbar ist.

„Wir sind der Meinung, dass das über acht Jahre angelegte und geförderte Projekt ,Zukunft Stadtgün‘, unter anderem der Bau des UZW im Gebäude der ehemaligen Feuerwehr, mit dem aktuellen Beschluss zulasten anderer wichtiger Projekte (Realschule, Schwimmbad und andere) weder zu finanzieren noch zu unterhalten ist“, heißt es zur Begründung des Antrags. Die CDU-Fraktion bittet die Verwaltung, „bevor falsche Beschlüsse gefasst werden, kurzfristig die Rechtslage zu eruieren und zielorientierte Gespräche für eine Übernahme und zu vereinbarende Nutzung für Wildeshauser Vereine mit der Vertretung der Wildeshauser Schützengilde zu führen“. Die Ergebnisse sollen beraten werden. Erst danach könne über ein Raumkonzept mit seinen Folgen entschieden werden,

Zur Begründung des Antrags heißt es in Sasses Schreiben: „Nichts wird mehr wie zu Beginn der Einschränkungen durch die aktuelle Corona-Pandemielage sein. Ein deutlicher konjunktureller Einbruch eines Teils der Wirtschaft ist die logische Konsequenz für Einschränkungen, die auch geplante und beschlossene Maßnahmen der Stadt Wildeshausen betreffen, also geprüft und neu bewertet werden müssen.“ Bleibt abzuwarten, was die anderen Parteien im Rat dazu sagen und wo ihre Prioritäten liegen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

"Cyberpunk 2077", "Doom Eternal" und "Half-Life": Diese Spielekracher erscheinen 2020

"Cyberpunk 2077", "Doom Eternal" und "Half-Life": Diese Spielekracher erscheinen 2020

So fährt sich ein E-Klapprad

So fährt sich ein E-Klapprad

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

China droht Großbritannien wegen Hongkong-Einmischung

Meistgelesene Artikel

Die alte Dorfeiche erhält ein Stahlgerüst

Die alte Dorfeiche erhält ein Stahlgerüst

Weiter Warten auf Kreuzungsumbau

Weiter Warten auf Kreuzungsumbau

Infizierter besucht Gottesdienst: Gläubiger ist Geestland-Mitarbeiter

Infizierter besucht Gottesdienst: Gläubiger ist Geestland-Mitarbeiter

Geestland: Zwei Wochen Quarantäne

Geestland: Zwei Wochen Quarantäne

Kommentare