Bauamt und Gärtnerei versorgen Flora mit 74 500 Liter Wasser pro Woche

Damit die Pflanzen den heißen Sommer überleben

Lukas Wanke ist einer von mehreren Bauhofmitarbeitern, die sich um die Pflanzenwelt in Wildeshausen kümmern. Mit seinem Pritschenwagen versorgt er vor allem Blumenkübel und -kästen. - Fotos: Bornholt

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Blumenkästen, ein bis zwei Jahre alte Bäume, Beete: Um die Pflanzen in Wildeshausen durch den heißen Sommer zu bringen, versorgen der Bauhof und eine Gärtnerei die Gewächse in der Kreisstadt mit 74 500 Litern Wasser pro Woche. Das entspricht knapp 8 870 Kisten mit zwölf 0,7-Liter-Flaschen. Eine ganze Menge also. Die Trinkwasserversorgung leidet darunter allerdings nicht.

Der Bauhof sowie die Firma zapfen das kühle Nass aus einem Brunnen am Friedhof und nach der Aufbereitung beim Klärwerk an der Hunte ab. Die städtischen Mitarbeiter machen sich mehrmals pro Woche – teilweise schon um 5 Uhr morgens – mit einem Last- sowie einem Pritschenwagen und einem kleinen Schlepper auf den Weg, um die Pflanzen zu bewässern. „Es ist schon länger her, dass ein Sommer so heftig war“, sagt Jörg Kramer, Bauhofchef. Gleichwohl würden seine Kollegen mit dem Gießen hinterherkommen. Die Gärtnerei sei nur mit dabei, weil deren Angestellte die Bäume an einem Weg selbst gepflanzt hätten und am besten wüssten, welche Bäume dort Wasser bräuchten.

Auch Bauhofmitarbeiter Hergen Loseke hat einen guten Überblick über die Pflanzen unter seiner Obhut. Er wässert unter anderem zwei Ambeerbäume und eine Trauerbuche am Burgberg. Trotz der Nähe zur Hunte sei die Bodenfeuchte so tief, dass „wir extrem oft gießen müssen“, erläutert er, während das Wasser aus einem Schlauch in die Kuhle mitsamt Erdwall um einen der Ambeerbäume sprudelt. Mit einem Spaten beseitigt der erfahrene Mitarbeiter die Löcher von Wühlmäusen, damit das kostbare Nass nicht nutzlos versickert.

Die Wasserversorgung ist natürlich nicht nur beim Bauhof ein Problem. Wie berichtet, ruft die Stadt ihre Bürger auf, Bäume an öffentlichen Straßen und Wegen zu gießen. Die Vegetation leidet unter der Trockenheit und wird das wohl auch noch mindestens ein paar Tage tun müssen. Vor Sonnabend soll es in Wildeshausen nicht regnen. Und es ist ja auch erst Mitte Juli. Mit der Hitze „ging es dieses Jahr ja schon im Mai los“, erinnert sich Bauhofchef Kramer.

Auch beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) merkt man die anhaltende Trockenheit. Im gesamten Verbandsgebiet von der Nordseeküste bis ins Oldenburger Münsterland wurden am Dienstag 288 252 Kubikmeter Wasser abgenommen. Der Rekord liegt bei 311 000 Kubikmetern am 2. Juli 2015. An durchschnittlichen Tagen fließen allerdings nur 220 000 Kubikmeter durch die OOWV-Leitungen. Das Wasserwerk Wildeshausen förderte am Dienstag 25 187 Kubikmeter Wasser, der vierthöchste Wert in diesem Monat.

OOWV: An Grundwasser mangelt es nicht

Der stellvertretende OOWV-Sprecher Heiko Poppen betont: „An Grundwasser mangelt es nicht.“ Dennoch erleben viele Abnehmer, dass vor allem am frühen Abend nicht mehr so richtig Druck auf der Leitung ist. Das liegt laut Poppen daran, dass die Rohre zu klein sind, um zu Spitzenzeiten alle Verbräuche abzudecken. „Die Leute kommen von der Arbeit nach Hause, befüllen ihren Gartenpool, sprengen den Rasen, gießen die Blumen und stellen sich unter die Dusche“, beschreibt er die Gründe für die hohe Nachfrage. „Man sollte am besten mit Regenwasser wässern“, rät er. Wenn denn noch welches da ist.

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