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Damit niemand seinen Papagoy beim Gildefest vergisst: Der Vogel wird einfach aufgestickt

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Von: Janin Meyer

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Arbeiten für Pfingsten: Mehr als 120 Artikel hat Sabrina Bitter in Vorbereitung auf das Gildefest bereits bestickt.
Arbeiten für Pfingsten: Mehr als 120 Artikel hat Sabrina Bitter in Vorbereitung auf das Gildefest bereits bestickt. © Meyer

Wer kennt das nicht: Auf dem Weg zu einem Gilde-Termin wird der Papagoy vergessen. Ein Strafgeld droht. Ob da ein aufgestickter Vogel hilft?

Wildeshausen – Den Papagoy bei einer offiziellen Veranstaltung der Wildeshauser Schützengilde vergessen? Das kann teuer werden. Abhilfe könnte in Zukunft Sabrina Bitter mit ihrem Unternehmen „StickBina – Handgemachte Näh- und Stickwerke“ schaffen: Erstmalig verkauft sie in diesem Jahr Bekleidung und Accessoires, bestickt mit dem Wahrzeichen der Gilde. Darunter auch Oberhemden. „Ob der gestickte Papagoy im Falle eines Falles allerdings tatsächlich als Ersatz durchgeht, kann ich nicht sagen“, meint die 32-jährige Wildeshauserin mit einem Lachen.

Stand auf dem Handwerkermarkt

So oder so sind bei ihr schon zahlreiche Vorbestellungen eingegangen. „60 Teile habe ich bereits auf Kundenwunsch mit dem Papagoy bestickt. Darunter viele Hemden und auch Kappen“, erzählt sie. Weitere 60 Teile hat sie für den Verkauf auf dem Handwerkermarkt im Rahmen des Gildefestes vorbereitet. „Es gibt Hemden, Poloshirts für Damen und Herren, T-Shirts und Bodies für Kinder, Handtaschen, Portemonnaies und Handytaschen“, zählt sie auf. Vieles davon ist auch im Friseursalon von Shehner Gezgin in der Kreisstadt ausgestellt und kann dort gekauft werden. Im Rahmen des Handwerkermarkts ist die 32-Jährige mit ihrem Stand vor dem Schuhhaus Melcher zu finden.

Grundsätzlich seien auf Kundenwunsch noch viel mehr Dinge bestickbar. „Gerne nehme ich auch Aufträge an, bei denen ich mitgebrachte Stücke der Kunden besticke“, sagt die Wildeshauserin. Nutzen darf sie seitens der Wildeshauser Schützengilde sowohl den Papagoy als auch die Schriftzüge „Pingsten ward fiert“ und „Wildeshauser Schützengilde von 1403“ in der entsprechenden Schriftart.

Erster Anlauf geht 2019 schief

Wichtig ist ihr, immer individuell auf jeden Kundenwunsch eingehen zu können. Möglich macht das unter anderem ihr technisches Equipment. Neben einer Kombination aus Stick- und Nähmaschine sowie einer Semi-Profi-Stickmaschine gehört dazu auch ein komplexes Computerprogramm. „Zudem habe ich einen Lehrgang belegt, um auch eigene Stickdateien erstellen zu können“, erzählt Sabrina Bitter. Seit Januar 2019 ist die Wildeshauserin in ihrem Gewerbe aktiv. Hatte sie zunächst ihr Hauptaugenmerk auf Taschen gelegt, sind es jetzt Kleidung und Accessoires für Kinder, mit denen sie sich hauptsächlich beschäftigt.

Auch Umhängetaschen im Handyformat gehören zum Angebot von „StickBina“.
Auch Umhängetaschen im Handyformat gehören zum Angebot von „StickBina“. © Meyer

Auch den ersten Versuch auf dem Handwerkermarkt während des Gildefestes startete „StickBina“ bereits 2019. „Das war damals ein totaler Reinfall“, sagt sie heute. Die Besucher hätten sich kaum für ihr Angebot interessiert. „Also ging ich auf die Gilde zu und machte deutlich, dass ich ein weiteres Mal nur ausstellen würde, wenn ich das Logo der Gilde verwenden dürfte“, erzählt sie. Schon für das Gildefest 2020 hatte sie dann die Zusage. Da dieses coronabedingt ausfiel, startet für „StickBina“ nun der erste Anlauf für die Gilde-Stickereien.

Ob sich die Gilde mit dem aufgestickten Papagoy ins eigene Fleisch schneidet, weil dadurch Strafgelder wegfallen, oder ob die „falschen Vögel“ doch nicht als Ersatz akzeptiert werden, wird die Zukunft zeigen – zur Sicherheit sollte wohl jedes Gildemitglied noch einen „ordentlichen“ Papagoy angesteckt haben.

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