Projekt „Lernen durch Engagement“

Damit mehr Wildeshauser Gymnasiasten ehrenamtlich tätig werden

Im Gespräch: Thorben Kienert (links) von der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ informiert die Schüler über ehrenamtliches Engagement.
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Im Gespräch: Thorben Kienert (links) von der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ informiert die Schüler über ehrenamtliches Engagement.

Dem Religionsunterricht haftet ja nicht gerade der Ruf an, ein besonders praxisorientiertes Fach zu sein. Dass es aber durchaus anders geht, beweist das Gymnasium Wildeshausen nun schon seit fünf Jahren.

2016 wurde das Projekt „Lernen durch Engagement“ (LdE) am Gymnasium Wildeshausen aus der Taufe gehoben. Die Schüler helfen dabei in sozialen Einrichtungen wie der Tafel aus, erweitern ihren Horizont und werden vielleicht sogar dauerhaft ehrenamtlich tätig. Blöd nur, wenn eine Pandemie dazwischen kommt.

„Im vergangenen Schuljahr hatten wir das Glück, dass sich die Schüler zumindest einen Monat lang ehrenamtlich engagieren konnten. In diesem Schuljahr war dies situationsbedingt leider nicht möglich“, berichtete Rektor Andreas Langen. Aber trotzdem sollte LdE weitergeführt werden. Also lud die Schule Thorben Kienert von der Freiwilligenagentur ein, der das Projekt fast von Anfang an begleitet. Der „mischMIT!“-Leiter stelle mit seiner Erfahrung und seinem direkten Draht zu vielen Kooperationspartnern vor Ort eine wertvolle Hilfe dar, so Langen. Bei seinen Besuchen in den Religions- sowie den Werte-und-Normen-Kursen stelle der Referent die Agentur kurz vor, beantworte Fragen und führe mit freiwilligen Schülern ein Interview, fast so wie sonst nach einer Terminvereinbarung bei „mischMIT!“.

Beispielgespräch mit einer Schülerin

„Es geht darum, zu beraten und zu begleiten und nicht, jemandem in etwas hinein zu quatschen“, sagte Kienert, als er am Montag im Unterrichtsraum stand. Er versuchte den Schülern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie bei der Agentur mit interessierten Ehrenamtlichen gearbeitet wird. Beispielhaft führte er ein Gespräch mit einer Schülerin.

Die Jugendliche interessierte sich für die Arbeit mit Kindern oder Patienten in Krankenhäusern. Letzteres sei ein Besuchsdienst für Menschen, die keine Angehörigen in der Gegend hätten und deswegen selten oder nie Besuch empfangen würden. „Da geht es auch nicht darum, viel von sich zu erzählen, sondern einfach mal zuzuhören“, sagte Kienert.

Klarheit über eigene Interessen erlangen

Im Weiteren grenzte er die Vorstellungen der Schülerin ein. Sie interessierte sich zum Beispiel für Pädagogik. Das passe zur Arbeit mit Kindern, aber sei vielleicht vom zeitlichen Rahmen her schwierig, schließlich müsse die potenzielle Ehrenamtliche werktags den Vormittag und auch einen Teil des Nachmittags selbst zur Schule gehen. „Das können dann Ausschlussgründe sein“, so Kienert.

Wichtig sei es, das Beratungsgespräch mit der Agentur ergebnisoffen zu führen. Dies sei auch eine gute Gelegenheit, Klarheit für sich selbst über die eigenen Interessen und Vorlieben zu erlangen, so der „mischMIT!“-Leiter.

Rektor Langen hofft, dass nach der „Trockenübung“ in diesem Jahr künftig wieder Besuche und Praktika in sozialen Einrichtungen möglich sind. Dann kann „Lernen durch Engagement“ wieder praktisch gelebt werden. Und vielleicht bleibt ja mancher Ehrenamtliche „kleben“.

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