20 000 Euro pro Jahr als Förderung angedacht 

Damit die Kultur im Kreis nicht zu kurz kommt

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Eine Kulturwüste ist der Landkreis Oldenburg zwar nicht, aber ein bisschen mehr Kunst könnte es schon geben. Deswegen sollen die Kulturschaffenden in Zukunft mit 20 000 Euro pro Jahr gefördert werden. Wie genau diese Zuschüsse fließen sollen, hat nun eine Arbeitsgruppe definiert. Ihre Vorschläge werden am Dienstag, 5. Juni, ab 17 Uhr im Schul- und Kulturausschuss im Kreishaus in Wildeshausen beraten.

Die Kulturförderrichtlinie sieht eine finanzielle Unterstützung von Projekten vor, die über die örtliche Zuständigkeit der Gemeinden und der Stadt Wildeshausen hinausgehen und von überörtlicher, kreisweiter oder regionaler Bedeutung sind, heißt es in der Sitzungsvorlage. Gemeint sind damit zielgerichtete, einmalige Vorhaben, die inhaltlich abgeschlossen sowie zeitlich und finanziell begrenzt sind.

Das bedeutet: Die – eventuell auch wiederkehrende – Förderung von Institutionen oder Infrastruktur ist bewusst nicht vorgesehen. „Investitionszuschüsse für herausragende, kostenintensive und in der Regel mehrjährige Maßnahmen (Klosterbezirk Hude, Spieldorf Bookholzberg et cetera) sollen in gesonderter Weise betrachtet und außerhalb der Kulturförderrichtlinie sowie seines Vergabegremiums vom Kreistag im Einzelfall beraten und beschlossen werden“, heißt es in der Vorlage weiter.

Arbeitsgruppe definiert Bedingungen

Der jetzige Stand soll allerdings nicht das Ende der Fahnenstange sein. In der letzten Arbeitsgruppensitzung sprachen sich die dort vertretenen Kreistagsabgeordneten mehrheitlich für eine deutliche Erhöhung des bisherigen jährlichen Haushaltsansatzes von 20 000 Euro und eine umfangreichere Kulturförderung ab 2019 aus. Pro Maßnahme werden maximal 50 Prozent der Kosten übernommen und höchstens 5 000 Euro bereitgestellt.

Bleibt noch die Frage, wer denn nun genau auf Geld hoffen darf. Die Richtlinie ist in Bezug darauf nicht gerade wählerisch. Ob Vereine, freie Kulturträger, Initiativen, Gruppen oder Einzelpersonen: Jeder ist antragsberechtigt, sofern in der darstellenden, bildenden oder digitalen Kunst, Musik, Geschichte, Heimatpflege, Museumsarbeit, Literatur oder Jugendkultur gearbeitet wird. In insgesamt fünf Sitzungen hat die Arbeitsgruppe folgende Schwerpunkte als besonders förderungsfähig festgelegt: kulturelle Teilhabe und Bildung, kulturelles Erbe, interkulturelle Öffnung, Inklusion, ehrenamtliches Engagement, kulturelle Eigeninitiative von jungen Menschen und Nachwuchsförderung, Qualitätsverbesserung von Museen, Aufbau von Netzwerken sowie kulturelle beziehungsweise künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur. Nach drei Jahren sollen die Praktikabilität der Kulturförderrichtlinie bewertet und das Regelwerk gegebenenfalls angepasst werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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