Neue Kontaktstelle eingerichtet / Janna Tjardes berät Gruppen und Betroffene

Damit die Selbsthilfe gelingt

Bei der Arbeit: Janna Tjardes in ihrem Büro.
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Bei der Arbeit: Janna Tjardes in ihrem Büro.

Wildeshausen – Angststörungen, Blindheit oder demente Verwandte: Es gibt viele Krankheiten, Handicaps und Umstände, die das Leben schwer machen. Darüber zu reden, hilft vielen Betroffenen. Und Menschen, die etwas Ähnliches erlebt haben, können die Sorgen oft besonders gut verstehen. Deswegen gibt es im Landkreis Oldenburg mehr als 30 Selbsthilfegruppen. Und die haben jetzt eine neue Ansprechpartnerin, die auch Menschen zur Verfügung steht, die eine Gruppe gründen wollen. Janna Tjardes arbeitet bei der Freiwilligenagentur Wildeshausen und wurde am Dienstag offiziell vorgestellt.

Die 25-Jährige stammt aus Wittmund und hat Soziale Arbeit in Hamburg studiert. Es ist ihre erste Stelle nach dem Uni-Abschluss. Sie steht montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr, dienstags von 16 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung für Gespräche zur Verfügung und ist unter Telefon 04431/7097585 oder per E-Mail an selbsthilfekontaktstelle@mischmit.org erreichbar.

Bisher war der Landkreis Oldenburg Ansprechpartner für Selbsthilfegruppen. Rita Rockel aus dem Amt für Teilhabe und Soziale Sicherung hat in den vergangenen 20 Jahren immer wieder geholfen. Zum Beispiel, indem sie Räume organisierte und Kontakte zwischen Hilfesuchenden und bestehenden Gruppen vermittelte. „Niemand hat geglaubt, dass wir hier in Wildeshausen eine Blindengruppe aufbauen können“, blickt sie zurück. Der Aufwand bei Blinden sei hoch, da immer eine Begleitperson dabei sein müsse. Aber dank des Einsatzes der Betroffenen habe sich nicht nur eine Gruppe, sondern auch ein Stammtisch gebildete. „Die ,Blindfische‘“, amüsiert sich Rockel. Genau das sei auch ein wichtiger Bestandteil der Gruppen. „Lachen, Spaß, Ausflüge: Es geht nicht nur um Gespräche über das gemeinsame Leiden.“

Krankenkasse und Land tragen Personalkosten

Finanziert wird Tjardes‘ Arbeit vom Land und den Krankenkassen. Beiden Geldgebern geht es darum, die Prävention zu fördern, denn Selbsthilfegruppen entlasten letztendlich das Gesundheitssystem. Außerdem ist der Landkreis mit im Boot, der jedes Jahr 4 000 Euro für Sachmittel und einmalig 10 000 Euro als Ausstattungszuschuss gibt.

Die Kreisverwaltung war auf die Freiwilligenagentur zugekommen, mit der Bitte eine Selbsthilfekontaktstelle einzurichten. Da Tjardes dieser Aufgabe ihre ganze Zeit widmen kann, hat sie mehr Möglichkeiten als Rockel, die nicht einmal ein Viertel ihrer Stelle dafür aufwenden sollte.

Von Ove Bornholt

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