Damit Besitzer nicht mehr auf tote Katzen warten

Tierschutzverein spendet Chip-Lesegeräte an Bauhöfe und Straßenmeistereien

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Dietmar Wilkens (Bauhof Neerstedt), Reinhold Pundsack (Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen) und Jörg Kramer (Bauhof Wildeshausen) nahmen die Chip-Lesegeräte aus den Händen von Edith Kaminski und Anne Grafe-Weibrecht (von links) von der Tierschutzgruppe Wildeshausen entgegen.

Wildeshausen - Oft genug werden Hauskatzen auf Wanderschaft angefahren und verenden am Straßenrand. Damit deren Besitzer nicht länger in Ungewissheit leben und auf die Rückkehr ihres toten Stubentigers warten, hat der Tierschutzverein Wildeshausen Bauhöfe und Straßenmeistereien im Landkreis Oldenburg am Freitag mit Lesegeräten ausgestattet. Diese erkennen die im Chip, den inzwischen viele Katzen unter der Haut tragen, eingespeicherte Nummer.

Es war Anfang Juni, als Anna Grafe-Weibrecht, Mitglied der Tierschutzgruppe Wildeshausen, ihren Kater „Socke“ vermisste. „Ich habe überall gesucht“, sagt sie. Doch das Tier, das ihr einst zugelaufen war, blieb verschwunden. Sie rief beim Bauhof an, deren Mitarbeiter bei ihren Streckenkontrollen oder täglichen Arbeit hin und wieder auf verstorbene Tiere stoßen. Diese werden vor Ort oder in der Lehmkuhle beerdigt. Der Mitarbeiter hatte kürzlich einen toten Kater gefunden und vergraben, beschrieb ihn aber etwas anders, als „Socke“ aussah.

Also startete Grafe-Weibrecht einen Aufruf über Facebook. Es kam ein Hinweis, dass ihr Stubentiger in der Nähe der Straße gesehen wurde, wo auch der Bauhofmitarbeiter den Kadaver entdeckt hatte. Deswegen rief die Tierschützerin noch einmal bei der städtischen Einrichtung an, erfuhr den Beerdigungsort und grub den Kater aus. Es ließ sich jedoch nicht mehr feststellen, ob es sich dabei um „Socke“ handelte. Aber das Tier war ja gechipt. Mit einem entsprechenden Lesegerät war es ein Leichtes, die Nummer zu erfassen, die in einer Datenbank hinterlegt war. So hatte Grafe-Weibrecht traurige Gewissheit, dass ihr Stubentiger tot ist. „Es tut weh, aber man hat die Möglichkeit, abzuschließen“, sagt sie.

Doch da die Bauhöfe und Straßenmeistereien in der Regel nicht mit Chip-Lesegeräten ausgestattet sind, brachte die Wildeshauserin die Idee ins Gespräch, die Scanner zu spenden. Die Bauhöfe in der Kreisstadt, der Gemeinde Hatten, Neerstedt und Großenkneten sowie die Straßenmeistereien in Delmenhorst, Wildeshausen und Oldenburg haben nun jeweils ein Gerät erhalten. Diese tauschen Informationen mit den reiskorngroßen, mit Radiowellen arbeitenden Chips, es handelt es sich um Transponder, aus. Da die Chips meist in der linken Schulter sitzen, müssen die Bauhofmitarbeiter nur mit dem Scanner drüberfahren, schon piept es und die Nummer wird angezeigt. Diese geht dann an die Tierschutzgruppe, die den Halter informiert.

Laut Jörg Kramer, Bauhofleiter in Wildeshausen, finden seine Kollegen im Schnitt einmal im Monat ein verendetes Tier. Genau wie die anderen Bauhof- und Straßenmeistereivertreter nahm er die Spende der Tierschützer gerne entgegen. 

bor

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