Kosten: 500. 000 Euro

Nachklärbecken auf der Wildeshauser Anlage erweitert

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Matthias Schnieder auf der Brücke des erweiterten Beckens. Er erklärte die Arbeitsweise der Kläranlage. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Schon bald soll das Nachklärbecken auf der Wildeshauser Kläranlage nach seiner Vertiefung von 2,30 auf vier Meter wieder in Betrieb gehen. Es stammt aus dem Jahr 1976 und ist jetzt von den technischen Daten her baugleich mit dem zweiten Becken. Für diese Maßnahme investiert die Stadt etwa 500 000 Euro.

„Diese Erweiterung war notwendig geworden, weil sich die Anforderungen an die Abwasserreinigung deutlich verändert haben“, erklärt der Leiter der Anlage, Abwassermeister Matthias Schnieder.

So macht er deutlich, dass vor 40 Jahren, als das Becken gebaut wurde, die Reingung des Abwassers noch im Bereich der Entfernung organischer Verschmutzungen gelegen habe: „Dann aber kamen noch die Anforderungen an den Stickstoffabbau sowie die Phosphatelimation hinzu.“ Dadurch habe sich die Struktur des Belebtschlamms verändert: „Heute sinkt er nicht mehr so gut ab wie damals. Daher war die Tiefe des Beckens nicht mehr ausreichend.“ Bei Belebtschlamm handele es sich um die Ansammlung von Mikroorganismen, die bei der aeroben biologischen Abwasserreinigung organische Stoffe abbauen. Er bestehe vor allem aus Bakterien, Pilzen und Protozoen.

Die Arbeiten sind mittlerweile schon so weit fortgeschritten, dass die Anbauten an die Brücke, die sich später mit zwei bis vier Zentimetern pro Sekunde über dem Becken dreht, vorgenommen werden können. „An dieser Räumerbrücke hängen Räumschilde, die den am Beckenboden abgesetzten Belebtschlamm in einen Ablauftrichter schieben“, erklärt Schnieder. Von dort aus werde er wieder in die Kläranlage geleitet und mit neuem Abwasser vermischt.

Rest stellt einen hervorragenden Dünger dar

Der Abwassermeister erläutert weiter, dass es nicht nur den Belebtschlamm auf der Anlage gebe: „Wir haben zunächst den Primärschlamm. Dabei handelt es sich um den Schlamm, der aus dem ankommenden Abwasser abgetrennt wird.“ Hinzu komme der Überschussschlamm, den durch die Reingung des Abwassers entstehenden Zuwachs im Belebtschlamm: „Am Ende bleibt der Klärschlamm, der im Faulturm verbleibende Rest aus Primär- und Überschussschlamm. Dieser wird schließlich von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt, entwässert und in einer Verbrennungsanlage entsorgt.“ Dieser Rest stellt einen hervorragenden Dünger dar: „Allerdings gibt es durch die Massentierhaltungs- und Biogasanlagen einen derartigen Konkurrenzkampf um die landwirtschaftlichen Flächen, dass eine solche Verwertung heute kaum noch zu realisieren ist.“

Die Kläranlage ist in insgesamt drei Stufen eingeteilt: mechanische, biologische und chemische Reinigung. Während in Ersterer der grobe Dreck abgesiebt wird, fressen im biologischen Abschnitt unzählige Bakterien den gelösten Dreck. Bei der chemischen Reinigung werden die Phosphatanteile mit Eisensalzen gebunden. „Die Nachklärung ist ein Bestandteil der biologischen Reinigung: sie hält den Belebtschlamm in der Anlage zurück. Nach dreieinhalb bis vier Tagen ist das Wasser so gereinigt, dass es in die Hunte eingeleitet werden kann “, so Schnieder.

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