Unter 25 Jahre und arbeitslos

Coronakrise macht jungen Menschen bei der Jobsuche zu schaffen

Empfiehlt Praktika und Durchhaltevermögen: Thorsten Müller von der Agentur für Arbeit.
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Empfiehlt Praktika und Durchhaltevermögen: Thorsten Müller von der Agentur für Arbeit.

Wildeshausen – Junge Menschen, die nach Arbeit suchen, sind von der Coronakrise besonders stark betroffen. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, belegt diesen Befund mit mehreren Statistiken: Zum einen mit den Arbeitslosenzahlen, zum anderen mit dem Ausbildungsmarktbericht.

220 Personen seien im Juli im Landkreis Oldenburg noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen, sagt Müller. Das sei eine ungewöhnlich hohe Zahl, denn in der Regel gehe es im August oder September los. Aufgrund der zeitweisen Einschränkungen und Schließungen von Betrieben sei der gesamte Ablauf in diesem Jahr jedoch um sechs bis acht Wochen verschoben.

Insgesamt hätten sich 638 Suchende gemeldet, deutlich weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Ausbildungsstellen sei hingegen nahezu gleich geblieben, 664 seien es insgesamt. 370 davon sind derzeit noch zu besetzen. Das hat laut Müller auch damit zu tun, dass die Schulen durch den Unterrichtsausfall die Jugendlichen nicht so hätten unterstützen können wie sonst. Informationsveranstaltungen wie Ausbildungsmessen seien ausgefallen, Praktika zur Orientierung seien aufgrund der Pandemiesituation kaum möglich gewesen.

Ausbildungsprämie soll Betriebe unterstützen

Müller ruft dazu auf, diese nachzuholen. Wer sich für einen Beruf interessiere, könne auch jetzt noch um eine Schnupperzeit bitten und im Oktober oder November eine Ausbildung beginnen. Besonders in den Bereichen Berufskraftfahrwesen, Einzelhandel und Verkauf seien noch zahlreiche Stellen zu vergeben. Auch für die Unternehmen gebe es eine zusätzliche Chance: Seit August ist es möglich, eine Ausbildungsprämie von bis zu 3 000 Euro zu beantragen.

Dass die Unter-25-Jährigen im Hinblick auf den Arbeitsmarkt besonders von der Coronakrise betroffen sind, lässt sich nicht nur mit der Ausbildungssituation erklären. Ein Blick auf die Zahlen: Im März waren 201 Menschen dieser Altersgruppe im Landkreis arbeitslos (Stichtag: 12. März), im Juni waren es bereits 285, für Juli zählt die Agentur 354. „Den Jüngeren fällt es schwerer, in Arbeit zu kommen“, erklärt Müller. Viele von ihnen hätten gerade die Schule, eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen und fänden nun keinen Arbeitsplatz. Befristete Beschäftigungen kämen in dieser Altersgruppe ebenfalls häufiger vor. Diese seien aufgrund der Krise offenbar in einigen Fällen nicht verlängert worden, um Kündigungen zu vermeiden.

Wie es in den kommenden Monaten weitergeht, entscheide sich im Herbst, sagt Müller. Je nach Infektionsgeschehen und Auftragslage könnten dann weitere Kurzarbeitsanträge eingehen, Kündigungen ausgesprochen oder Insolvenzen angemeldet werden. Derzeit ist die Insolvenzantragspflicht noch bis Ende September ausgesetzt. „Der Arbeitsmarkt steht weiter unter Druck.“  

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