Gerd Sandkuhl möchte Fußgängern mit Holzfiguren eine Freude machen

„Corona-Zoo“ im Wildeshauser Waldgebiet

Fantasievolle Figuren im Wald noch vor dem Wintereinbruch: Gerd Sankuhl hat schon mehr als 50 Werke am Pickerweg aufgestellt.
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Fantasievolle Figuren im Wald noch vor dem Wintereinbruch: Gerd Sankuhl hat schon mehr als 50 Werke am Pickerweg aufgestellt.

Wildeshausen – Wer derzeit in Wildeshausen den Pickerweg in Richtung Lärchenweg entlangschlendert, der entdeckt im Wald mehr als 50 verschiedene, fantasievoll gerfertige Holzfiguren. Das Spektrum reicht von fliegenden Fischen über Schnecken, bis zu Igeln oder Seepferdchen.

Die Tiere wurden dort seit dem vergangenen Frühjahr aufgestellt. Der Künstler ist Gerd Sandkuhl, gebürtiger Wildeshauser, und vor fünf Jahren nach einem Leben, das ihn zu vielen Orten der Erde führte, in die Kreisstadt zurückgekehrt. „Ich habe hier einen Corona-Zoo angelegt“, sagt er lächelnd. „Die Menschen sollen daran Freude haben.“

Da die Möglichkeiten, sich während der Pandemie zu beschäftigen, deutlich eingeschränkt sind, hat Sandkuhl in den vergangenen Monaten regelmäßig zu Carvingsäge und Beitel gegriffen, um Holzskulpturen zu fertigen. „Mir macht das Spaß“, sagt der 71-Jährige. und ergänzt: „Es ist schön, täglich an der frischen Luft zu sein. So bleibt man in Bewegung. Durch die Figuren kann ich die Leute motivieren, immer wieder mal am Pickerweg vorbeizuschauen und zu prüfen, ob es dort etwas Neues zu entdecken gibt.“

Hobby seit 15 Jahren

Sandkuhl ist in der Wildeshauser Landgemeinde Lüerte aufgewachsen. Er hat eine international erfolgreiche Karriere im Sportmanagement hinter sich. In dieser Zeit hat er unter anderem den Boxer Muhammad Ali kennengelernt. Sandkuhl wanderte auch in den Dolomiten. Abenteuer, die der Weltenbummler derzeit nicht bestehen kann, weil Corona das unmöglich macht. Aber im heimischen Forst sägen, das geht immer.

Sein Hobby pflegt Sandkuhl seit rund 15 Jahren. „Ich habe damals mit meiner Frau in der Eifel gelebt und ein Haus mit Waldanteil gehabt“, erzählt er. Während seiner erlebnisreichen Zeit überall auf der Welt habe er unter anderem Indianer kennengelernt und gesehen, wie sie Totempfähle anfertigen. „Da hat es mich eines Tages gepackt und ich habe viel in der Literatur nachgelesen, wie man so etwas herstellt“, erzählt Sandkuhl. „Ich habe mir dann eine Carvingsäge gekauft und einfach drauflos gearbeitet.“

Selbstbedienung am Holzstapel

Seit fünf Jahren lebt der 71-Jährige am Spascher See. „Hinter dem Gewächshaus der Schule Gut Spascher Sand liegt ein von den Waldarbeitern aufgeschichteter Holzstapel. Ich habe das Privileg, dieses Material nutzen zu dürfen“, freut sich Sandkuhl. Mittlerweile habe er fünf Sägen im Einsatz.

In Aktion: Gerd Sandkuhl fertigt mit der Säge aus einem Stamm einen Totempfahl.

„Ich mache hier mein Ding in der Natur. Das ist wie Meditation“, berichtet er, als er bei klirrender Kälte zur Säge greift und an einem Totempfahl weiterarbeitet. Oft wisse er zunächst noch gar nicht genau, was er fertigen wolle. Die Figur entstehe beim Arbeiten. Für die Jungen und Mädchen des nahen Kindergartens sei es immer wieder interessant, ihn dabei zu beobachten.

In der Coronazeit hat sich Sandkuhl zur Aufgabe gemacht, den Waldweg am Spascher Sand mit Figuren zu bestücken. „Ich bringe die Exponate mit einer Sackkarre dort hin.“ Bei schwereren Arbeiten helfe ihm ein Freund. Nicht nur Fußgänger begutachten die fantasievollen Figuren immer wieder. „Das Holz verändert sich ständig“, so Sandkuhl, der regelmäßig vorbeischaut. „Im Laufe der Zeit bekommt es Patina.“ Zu sehen sind Werke von ihm auch auf der Burgwiese, vor der Schule Gut Spascher Sand sowie an der Beachballanlage im Krandel.  

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