Kreisbehindertenrat berichtet

Corona-Pandemie trifft Menschen mit Behinderung hart

Setzen sich ein: Die Behindertenbeauftragte Rita Rockel sowie Michael Grashorn, Kerstin Meinen und Ernst-Dieter Hoffhenke vom Kreisbehindertenrat (v.l.). 
Foto: Backhaus
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Setzen sich ein: Die Behindertenbeauftragte Rita Rockel sowie Michael Grashorn, Kerstin Meinen und Ernst-Dieter Hoffhenke vom Kreisbehindertenrat (v.l.). Foto: Backhaus
  • Katia Backhaus
    vonKatia Backhaus
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Wildeshausen – Während für viele Menschen derzeit wieder ein Stück Normalität möglich ist – zur Arbeit gehen, Freunde treffen, in den Urlaub fahren –, sieht die Situation für jene, die mit einer Behinderung leben, anders aus, berichtet Rita Rockel vom Amt für Teilhabe und Soziale Sicherung des Landkreises Oldenburg. „Sie sitzen in der zweiten oder dritten Reihe und gucken zu“, stellt die Behindertenbeauftragte die Situation dar. Natürlich wollten auch sie ihren Alltag zurückhaben. Doch eine Rückkehr in die gewohnten Strukturen in Wohnheimen, Werkstätten oder Schulen berge viele Schwierigkeiten. Um auf die aktuelle Lage von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, hatte der Kreisbehindertenrat zum Pressegespräch eingeladen.

Für Michael Grashorn, seit November Sprecher des achtköpfigen Gremiums, ist es ein wichtiges Anliegen, den Betroffenen und ihren Angehörigen Mut zu machen. Es habe viel Solidarität innerhalb der Einrichtungen gegeben. Die Mitarbeitenden dort sowie die Kreisverwaltung hätten gute Arbeit geleistet, sagte er. Er betont außerdem, dass die Ziele des Kreisbehindertenrats, der sich 2020 vor dem Hintergrund des neuen Bundesteilhabegesetzes besonders mit Inklusion und Selbstbestimmung befassen wollte, lediglich aufgeschoben seien. „Man muss aufpassen, dass wichtige Themen nicht hintenüberfallen.“

„Telefonieren ist für viele schwierig“

Zugleich sei es wichtig, auf die „harte Zeit“ hinzuweisen, die nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch ihr Umfeld seit Mitte März erlebt hätten. Kerstin Meinen, Schriftführerin des Gremiums, berichtete aus erster Hand: Sie habe sich dazu entschlossen, ihre beiden Kinder, die normalerweise in einem Wohnheim lebten, während der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause zu betreuen. Sie sei froh, diese Möglichkeit gehabt zu haben, erzählte sie. Viele andere hätten damit zurechtkommen müssen, dass der Kontakt zu Angehörigen in den Betreuungseinrichtungen wochenlang komplett untersagt gewesen sei. Das habe nicht ersetzt werden können, sagte Meinen: „Telefonieren ist für viele schon schwierig.“

Diese Maßnahmen hätten natürlich ihren Grund gehabt, erläuterte Grashorn: „Menschen mit Behinderung sind in der Regel Risikopatienten.“ Deshalb sei es besonders für Eltern mit schwerbehinderten Kindern schwierig abzusehen, wann diese wieder extern betreut werden könnten. Unter welchen Bedingungen darf ihnen assistiert, wie dürfen sie transportiert werden? Wie ist es mit denen, die keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können? All diese Fragen seien noch offen.

Ansprechpartnerin

Rita Rockel, Behindertenbeauftragte des Landkreises Oldenburg, ist unter Telefon 04431/85473 oder per E-Mail an Rita.Rockel@oldenburg-kreis.de zu erreichen.

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