CDU will Parkgebühren aussetzen

Neustart ohne großen Andrang: Kunden kommen offenbar sehr gezielt

Mit Masken und Kunststoffschutz: In der Gilde-Buchhandlung wurden wie in anderen Geschäften in Wildeshausen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Wildeshausen – Für viele Einzelhändler in Wildeshausen war der Montag ein Tag der Befreiung, denn erstmals nach gut vier Wochen durften sie wieder öffnen – allerdings anders als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Und von einem Andrang der Kunden war nirgendwo die Rede.

Bei Euronics am Westring trennen Europaletten und Flatterband den Ein- und Ausgang. Die Mitarbeiter tragen Schutzmasken. Kunden werden gebeten, den Abstand von mindestens 1,50 Metern einzuhalten. Geschäftsführer Dennis Böseleger berichtet, dass einige Kunden gleich Großanschaffungen getätigt hätten. „Viele haben gewartet, bis wir wieder auf haben durften“, sagt er. Gleichwohl gebe es „keine klassischen Shoppingtouren“. Stattdessen würde gezielt nach bestimmten Produkten geschaut. Weil viele Schüler zu Hause unterrichtet werden, seien Laptops, Webcams und Co. gerade sehr beliebt. Böseleger freut sich über „ein bisschen Normalität“, muss aber auch erst einmal von größeren Aktionen absehen, die viele Kunden in den Markt bringen.

In der Gilde-Buchhandlung stehen die Mitarbeiter hinter einem Kunststoffschutz und verkaufen zurzeit besonders viele Kinder- und Jugendbücher. „Die werden stark nachgefragt“, sagt Händler Peter Gebhardt, der einen gewissen Nachholbedarf bei den Kunden ausgemacht hat und damit rechnet, dass das Geschäft schnell wieder anläuft. „Ich bin sehr optimistisch. Bis jetzt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, bewertet er die Folgen der Krise für sein Geschäft.

Handschuhe und Maske: Bei Schnittker am Markt hat Chef Johannes Lenzschau Vorkehrungen getroffen.

Ein paar Hausnummern weiter steht Johannes Lenzschau in der Spielwaren-Abteilung und bestellt Ware nach. Der Geschäftsführer von Schnittker am Markt trägt Handschuhe und einen Mundschutz. Die Menge der Kunden sei bis jetzt überschaubar. Allerdings habe er schon gut verkauft. „Viele kommen sehr gezielt.“ Puzzles, Spiele und andere Artikel für Kinder seien gerade sehr beliebt. „Es fühlt sich gut an, wieder Leute hereinzulassen“, freut Lenzschau sich über das Ende der erzwungenen Schließung. „Gut, dass es langsam wieder losgeht.“

Christdemokraten: Neustart unterstützen

Gegenüber von Schnittker am Markt verabschiedet Baute-Geschäftsführer Nasmi Alkanat gerade ein paar Kunden. „Ich hoffe auf Normalität“, sagt er. Nach mehreren Wochen sei er froh, endlich wieder verkaufen zu dürfen. „Die Leute haben jetzt ja mitgekriegt, wie eine Innenstadt aussieht, wenn es keine Fachgeschäfte mehr gibt“, hofft er darauf, dass bei einigen Kunden ein Umdenken stattgefunden hat und sie lokale Geschäfte stärker unterstützen.

Eingang und Ausgang getrennt: Euronics-Geschäftsführer Dennis Böseleger vor seinem Elektronikfachmarkt.

Für den Einzelhandel vor Ort macht sich ebenfalls die Wildeshauser CDU stark. Die Christdemokraten schlagen vor, ab sofort bis Ende August keine Parkgebühren mehr an der Hunte- und der Westerstraße zu verlangen. Stattdessen sollen Autos kostenlos eine Stunde lang abgestellt werden können. Damit möchten die sie die Läden in der Innenstadt stärken. „Wir sind der Meinung, dass ein überblickbarer, zeitlich begrenzter Verlust der Parkgebühren zugunsten eines Neustartes der Geschäfte vertretbar ist“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Sasse. Er hoffe, dass der Verwaltungsausschuss noch diese Woche über den Antrag entscheidet.

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