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Corona: Inzidenzzahlen im Landkreis Oldenburg am höchsten im Land

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Von: Dierk Rohdenburg

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Die Zahl der Corona-Infektionen steigt nach Ostern.
Die Zahl der Corona-Infektionen ist im Landkreis Oldenburg extrem hoch. © dpa

Landkreis – Der Landkreis Oldenburg hat aktuell die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen im Land Niedersachsen. Sie liegt bei 1.626 auf 100.000 Einwohner.

Am Mittwoch lag sie im Landkreis Oldenburg bei 1.376 und am Dienstag bei 1.025. Es gab somit eine deutliche Steigerung. Laut Statistik folgten am Donnerstag die Grafschaft Bentheim (1568,6) und der Landkreis Ammerland (1374,5). Am niedrigsten waren die Werte zuletzt im Heidekreis (633,9), in der Region Hannover (624,1) und in der Stadt Wolfsburg (449,0).

Nach einer vorläufigen Abschwächung über die Osterfeiertage hat sich laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur die allgemeine Corona-Infektionslage im Nordwesten bis zum Donnerstag wieder etwas angespannt. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) nahm die Zahl der Neuansteckungen in Niedersachsen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zuletzt leicht auf 935,1 zu. Am Mittwoch hatte der Wert noch bei 899,0 gelegen - was einem deutlichen Rückgang gegenüber Karfreitag (1.410,7) entsprach.

Allerdings waren über die Feiertage keine Zahlen vom Land an das RKI übermittelt worden. Zudem hatte es weniger Arztkontakte und Analysen in Labors gegeben, daher könnten womöglich verzögerte Meldungen in den aktuellen Angaben enthalten sein. Mit Stand vom Donnerstagmorgen kamen in den niedersächsischen Kommunen 24.618 Covid-19-Fälle hinzu, damit überschritt die Summe der seit Pandemiebeginn registrierten Erkrankungen jetzt die Zwei-Millionen-Marke (2.024 212). Elf weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Artikel vom 20. April:

Die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Oldenburg ist nach Ostern sprunghaft von 1 025 auf 1 376 gestiegen. Das hat offenbar mit Meldeverzögerungen, fehlenden Diagnosemöglichkeiten und geschlossenen Testzentren während der Feiertage zu tun.

Am Dienstag registrierte das Gesundheitsamt nach Angaben des ärztlichen Leiters, Dr. Leonhard Hamschmidt, mehr als 800 Neuinfektionen mit dem Virus und damit einen Spitzenwert in der Corona-Pandemie.

Auf die Tage verteilt handelt es sich allerdings um die derzeit normale Zahl an positiven Tests, die amtlich registriert werden.

Der Mediziner aber rechnet damit, dass die Inzidenz in den nächsten Tagen weiter stark ansteigt. „Seit Mittwoch und bis zum 29. April wird in den Schulen verpflichtend täglich getestet“, erklärt er. Gleichzeitig sei die Maskenpflicht an viele Stellen des öffentlichen Lebens und auch in den Klassenzimmern aufgehoben worden. Von daher sei davon auszugehen, dass einige positive Fälle entdeckt und gemeldet werden. Ab dem 2. Mai, so Hamschmidt, seien die Testungen dann dreimal die Woche freiwillig möglich. Er weist darauf hin, dass die Mitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums von vergangener Woche nicht zutreffend ist, dass sich positiv getestete Schüler nach dem fünften Tag durch einen Selbsttest frei testen können. „Dieses ist erst ab dem siebten Tag in einem Testzentrum möglich“, erklärt Hamschmidt. Ab dem 2. Mai trete zudem eine neue Absonderungsverordnung für Bund und Länder in Kraft, dessen Inhalt aber noch völlig unklar sei.

Die Immunität in der Bevölkerung wächst

Der Landkreis Oldenburg veröffentlicht keine tagesaktuellen Zahlen mehr über Coronafälle in den Kommunen. Seit der letzten Erfassung am 8. April wurde ein neuer Todesfall im Kreisgebiet registriert. Die Person hatte Vorerkrankungen.

Hamschmidt geht davon aus, dass die Zahl der Infektionen mit der wärmeren Jahreszeit ab Mai deutlich sinkt. Da die Zahl der vorgenommenen Tests ebenfalls stark abnehmen dürfte, sei kaum noch zu erfassen, wie viele Menschen tatsächlich infiziert seien. Das aber, so der Mediziner, sei nicht so dramatisch, da die Immunität in der Bevölkerung durch Impfungen und durchlebte Infektionen gewachsen sei. Somit sei die Gefahr einer hohen und gefährlichen Infektionswelle erst einmal nicht gegeben – auf jeden Fall, wenn es nicht extreme Virusvarianten gebe.

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