Starker Anstieg am Wochenende

Corona-Inzidenzzahlen schnellen in die Höhe – in drei Landkreisen

Trotz Ausgangsbeschränkungen keine Entwarnung in Sicht: Die Zahl der positiven Corona-Tests steigt deutlich.
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Trotz Ausgangsbeschränkungen keine Entwarnung in Sicht: Die Zahl der positiven Corona-Tests steigt deutlich.

Landkreis – Wurden bislang an den Wochenenden im Land Niedersachsen wegen fehlender Meldungen der Gesundheitsämter eher sinkende Zahlen bei den neu erfassten Corona-Fällen veröffentlicht, entwickelt sich die Lage derzeit gegenteilig. In manchen Landkreisen scheinen die Zahlen der kumulativen Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner förmlich zu explodieren:

Im Landkreis Oldenburg stieg der Wert von Sonnabend bei 27 vom Landesgesundheitsamt neu erfassten Fällen von 116,6 auf 131,4. Noch deutlicher war die Entwicklung im Landkreis Vechta. Dort gab es laut Landesgesundheitsamt zu Sonnabend 94 neu erfasste positive Corona-Tests. Der Inzidenzwert stieg von 172,3 am Sonnabend auf 234,6 am Sonntag. Die Kreisverwaltung in Vechta meldete zudem einen weiteren coronabedingten Todesfall. Ein 82 Jahre alter Mann war am Samstag an den Folgen einer Infektion mit Covid-19 verstorben und wurde zuletzt stationär behandelt Mit Stand Sonntag wurden laut Kreisverwaltung dem Gesundheitsamt des Landkreises Vechta in 24 Stunden sieben weitere Covid-19-Infektionen gemeldet. Aktuell sind 592 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Die hohe Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen Tage ist bis auf wenige Ausnahmefälle auf den privaten, familiären Bereich über die Osterfeiertage zurückführen, so die Kreisverwaltung.

Im Landkreis Cloppenburg wurden 86 neue Fälle erfasst. Der Inzidenzwert stieg von 158,2 auf 196,3. In der Stadt Delmenhorst wurden 16 neue Fälle gemeldet. Der Inzidenzwert liegt jetzt bei 118,6. Aus dem Landkreis Diepholz gab es keine neuen Daten. Deshalb liegt der Wert dort bei 75.

Der Landkreis Oldenburg ist seit dem 1. April eine sogenannte Hochinzidenzkommune. Die Vorgaben des Landes sehen vor, dass bei einer kreisweiten und nach Einschätzung der örtlichen Behörden dauerhaften Überschreitung der 100er-Inzidenz an mindestens drei Tagen die „Notbremse“ in Kraft zu setzen ist. Diese zieht bestimmte Regelungen nach sich, die automatisch Anwendung finden:

Kontaktbeschränkung

Im Privatbereich (Wohnung/Haus/Grundstück) und draußen in der Öffentlichkeit gilt: Jede Person darf sich nur allein oder mit Menschen, die dem eigenen Haushalt angehören, aufhalten. Es darf höchstens eine weitere Person aus einem anderen Haushalt dazukommen. Jeweils zugehörige Kinder bis einschließlich sechs Jahren dürfen dabei sein. Entsprechendes gilt für sportliche Betätigungen.

Kitas

Kindertagesstätten müssen im gesamten Landkreis geschlossen werden. Sie werden wieder geöffnet, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Landkreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt und diese Unterschreitung nach Einschätzung der örtlich zuständigen Behörden von Dauer ist. „Die Corona-Verordnung sieht keine Möglichkeit vor, eine Schließung oder Öffnung nur für einzelne Gemeinden des Landkreises zu verfügen. Bei Überschreiten des Inzidenzwertes kommt nur die Anordnung der Schließung für alle Kindertagesstätten im gesamten Kreisgebiet in Betracht“, heißt es vom Landkreis.

In der jetzigen Phase der Notbetreuung dürfen nur wenige Kinder in kleinen Gruppen kommen: in einer Krippengruppe in der Regel maximal acht Kinder, in einer Kindergartengruppe in der Regel maximal 13 und in einer Hortgruppe in der Regel maximal zehn. Diese Plätze sind Kindern vorbehalten, für die aus wichtigen Gründen eine Notbetreuung erforderlich ist. „Jede Kindertagesstätte beziehungsweise jeder Träger prüft verantwortungsvoll, an welche Kinder die Plätze vergeben werden. Dabei orientieren sich alle an der Corona-Verordnung und einer im Landkreis Oldenburg gemeinsam erarbeiteten Orientierungshilfe“, heißt es weiter.

Schulen

Der Schulbesuch ist an allen Schulen, auch der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) in Oldenburg, grundsätzlich untersagt. Es gilt das Szenario C (Homeschooling) nach den Osterferien, also ab Montag, 12. April, findet in Abschlussklassen und Grundschulen sowie der Förderschule im Schwerpunkt geistige Entwicklung in Hude Unterricht in geteilten Lerngruppen statt. In allen anderen Schulen gibt es keinen Präsenzunterricht.

Sehenswürdigkeiten

Museen, Galerien und Gedenkstätten bleiben geschlossen.

Einkauf

„Click and meet“-Angebote, also Terminshopping, sind untersagt. Vorbestellung und Abholung – „click and collect“ – ist indes möglich.

Autofahren

Jede Person, ausgenommen der Fahrer, hat in beruflich oder privat genutzten Fahrzeugen eine medizinische Maske zu tragen, wenn haushaltsfremde Personen mitfahren.

Ausgangssperre

In Großenkneten, Wardenburg und Wildeshausen gibt es eine nächtliche Ausgangssperre. Das bedeutet, es ist verboten, zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr am nächsten Morgen den privaten Wohnbereich zu verlassen. Dies ist nur aus sehr wichtigen Gründen erlaubt, zum Beispiel, um zur Arbeit zu fahren, Angehörige zu pflegen oder für dringende medizinische Behandlungen. Es ist auch verboten, in dieser Zeit einzukaufen.

Quarantäne

Wenn ein Antigen-Schnelltest positiv ausfällt, muss sich die betroffene Person selbstständig und sofort in häusliche Quarantäne begeben und umgehend einen PCR-Test machen. Die Quarantäne gilt 14 Tage. Falls der PCR-Test negativ ausfällt, ist das Ergebnis dem Gesundheitsamt mitzuteilen. Die Quarantäne kann vom Gesundheitsamt aufgehoben werden.

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