Grüne wollen Verkehrssituation an der St.-Peter-Straße entschärfen

Chaos vor den Grundschulen

Vor den Grundschulen treffen Autofahrer, Busse, Radfahrer und Fußgänger aufeinander. Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. „Es ist ein Getümmel an der Stelle. Ich habe jedes Mal, wenn ich da war, ein Stoßgebet in den Himmel geschickt. Gut, dass bisher nichts passiert ist.“ Mit diesen Worten begründete Grünen-Ratsherr Klaus Schultze seinen Antrag für mehr Verkehrssicherheit im Umfeld der Grundschulen an der St.-Peter-Straße in Wildeshausen. Er hatte ihn bereits September für den Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie gestellt. Nun sollte er behandelt werden – wurde aber vergangene Woche erst einmal vertagt.

„Die Verkehrssituation ist zu den Spitzenzeiten vor dem Unterricht und danach chaotisch und gefährlich insbesondere für die jungen Verkehrsteilnehmer“, so Schultze in seiner Begründung. „Vermutlich auch deswegen ist der Anteil der Elterntaxis hoch und trägt wiederum zur Verschärfung des Problems bei. Dieser Trend muss unterbrochen werden.“ Der Grüne stieß damit durchaus auf das Verständnis der Ausschusskollegen, die ebenfalls ihre Erfahrungen mit der Situation vor Grundschulen beisteuern konnten.

Dennoch gab es keine weitergehende Beschlussempfehlung der Politik, da die Verwaltung derzeit nach eigenen Angaben an einer neuen Verkehrskonzeption für die Innenstadt arbeitet. „Darüber hinaus befasst sich die Verwaltung grundsätzlich mit der Thematik der Hol- und Bringdienste rund um die Wildeshauser Schulen“, heißt es aus dem Fachbereich Bau.

Schultze wollte mit seinem Antrag nicht dazwischenfunken. Dennoch hofft er, dass sich Teile seiner Vorschläge dann auch in den Konzepten finden, die erarbeitet werden sollen. Die sind recht umfangreich:

. Ausweisung der Holbeinschule und der Goethestraße als Einbahnstraßen in Richtung Adolf-Menzel-Straße/Alexanderstraße (Fahrradverkehr in Gegenrichtung frei) sowie Sperrung für Durchgangsverkehr an Schultagen zwischen 7 und 14 Uhr (frei nur für Anwohner und Lehrpersonal der Schulen).

. Ausweisung der Straßenabschnitte um den Platz zwischen Adolf-Menzel-Straße/Goethestraße/Alexanderstraße/Uhlandstraße als Einbahnstraßen. Dieser Bereich soll vorrangig als „Haltestelle für Elterntaxis“ genutzt werden.

. Ausweisung des gesamten Viertels mit Ausnahme der Schillerstraße (Schulbusverkehr) als Fahrradzone, sobald dies nach Straßenverkehrsordnung möglich ist. Kraftfahrzeugverkehr ist im Rahmen aktueller Regelungen zuzulassen.

. Aktive Information und Aufklärung der Anwohner, der Schulen inklusive Elternschaft und der Öffentlichkeit über Rechte und Pflichten in Fahrradzonen.

. Erhöhung der Wirkung durch auf die Fahrbahnen aufgemalte Verkehrszeichen.

. Dichte Kontrolle und Durchsetzung der Maßnahmen durch Polizei und Ordnungsamt insbesondere in der ersten Zeit nach Einführung.

„Insbesondere die Privilegierung des Radverkehrs in den Wohnstraßen wird die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Schüler erhöhen“, ist Schultze überzeugt. Die Nutzung der Gehwege durch jüngere Radfahrer sei an dieser Stelle wegen der Ausgestaltung der Nebenanlagen leider kaum möglich.

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