Ausgetretene Christdemokraten kritisieren Sasse

CDW: „Wir wollen Politik der CDU-Fraktion inhaltlich weiterführen“

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Engagieren sich nun für die CDW: Bernhard Block, Gudrun Brockmeyer, Stefan Brors und Stephan Rollié (v.l.).

Wildeshausen - „Wir stimmen inhaltlich zu 95 Prozent mit der CDU-Fraktion überein und arbeiten intensiv zusammen.“ Das sagen die vier Mitglieder der neuen Fraktion Christliche Demokraten für Wildeshausen (CDW) im Stadtrat, die sich vor drei Wochen abgespalten haben. Es sei geplant, die Politik der CDU-Fraktion weiterzuführen.

„Beim Thema Industriegebiet Wildeshausen-West sind wir beispielsweise ganz klar dafür, die Entwicklung voranzutreiben“, so der neue CDW-Fraktionsvorsitzende Stephan Rollié in einem Pressegespräch. Ihn sowie Gudrun Brockmeyer, Stefan Brors und Bernhard Block habe in erster Linie die Fraktionsführung durch Wolfgang Sasse missfallen. Der Ton sei nicht mehr vertretbar gewesen. Brockmeyer: „Ich war zunächst voller Elan, aber weil meine Beiträge gar nicht angenommen wurden, habe ich schon gar nichts mehr gesagt und bereits im Sommer überlegt, die Fraktion zu verlassen.“

Auch die anderen ehemaligen Fraktionsmitglieder hatten das Gefühl, dass Entscheidungen über ihren Kopf hinweg gefällt wurden. Die inhaltlichen Differenzen, so Rollié und Brors, seien insbesondere bei der Grundschuldiskussion aufgekommen. Brors: „Wir haben schon im Herbst angemahnt, dass wir uns einigen und für die Schulen etwas Positives bewirken müssen. Doch dazu kam es nicht. Sasse war immer der Meinung, dass wir noch Fakten benötigen.“

Schließlich sei es Anfang des Jahres durch einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen ganz schnell gegangen. Es habe sonnabends eine Infoveranstaltung der Stadt gegeben, am Montag habe die Fraktion getagt, und am Dienstag sei schon die Ratssitzung gewesen. „Wir hatten das gar nicht vernünftig diskutiert“, kritisiert Rollié. Danach, so sagen die CDW-Mitglieder, sei das Vertrauen nachhaltig gestört gewesen. „Ich habe Sasse aufgefordert, die schon lange geplante Übergabe des Fraktionsvorsitzes an einen Nachfolger einzuleiten“, so Rollié. Sasse habe das aber abgelehnt, woraufhin vier Christdemokraten gegangen seien.

In der jetzigen Situation fühlen sich die CDW-Mitglieder nach eigenen Angaben „sauwohl“. „Wir lassen uns auch nicht aus der CDU ausschließen. Vorher treten wir aus“, kündigen sie an. Aufgaben und Termine sollen von allen abwechselnd erledigt werden, die finanzielle Vergütung für den Fraktionsvorsitz geht in eine gemeinsame Kasse. Der neuen Fraktion stehen Ausschusssitze und ein Vorsitz zu. Einen Abwahlantrag gegen Sasse als stellvertretenden Bürgermeister wird die CDW nicht stellen. „Wir wollen ihn nicht wegschießen. Wir möchten, dass er sein Amt von alleine niederlegt“, so Brockmeyer.

dr

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