Heimatbund kritisiert Vorschlag

CDW fordert Hunte-Radweg bis Colnrade

Ende Gelände: Die CDW wünscht sich einen Radweg, der an der Hunte entlang von Wildeshausen bis Colnrade führt. Dagegen regt sich Widerstand.
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Ende Gelände: Die CDW wünscht sich einen Radweg, der an der Hunte entlang von Wildeshausen bis Colnrade führt. Dagegen regt sich Widerstand.

Wildeshausen – Die CDW-Fraktion schlägt den Bau eines Rad- und Wanderwegs zwischen Colnrade und Wildeshausen vor. Diese wäre eine Bereicherung für Touristen und Bürger der Stadt, heißt es zur Begründung. Allerdings regt sich bereits Gegenwehr: Der Heimatbund zwischen Dehmse und Hunte hat sich in einer Mitteilung gegen das Vorhaben positioniert.

So schreibt der Vorsitzende des Heimatbunds, Gerold Schäfer: „Wie weit weg muss man von der Natur sein, um erneut einen Rad- und Wanderweg an der Hunte südlich der Stadt Wildeshausen zu fordern? Der Tellerrand der CDW-Ratsfraktion muss schon sehr hoch sein, um zu übersehen, dass das Gebiet östlich und westlich der Hunte durch mehrere Naturschutzgebiete und Biotope führt. Wenn man solche Antragsforderungen aufstellt, sollte man sich im Vorfeld besser informieren und keinen Wahlkampf damit betreiben.“

CDW-Ratsherr Jens-Peter Hennken verweist in seinem Antrag hingegen auf den dauerhaften Nutzen des Projekts. „Der Radwanderweg entlang der Hunte – von der Wesermarsch bis zum Dümmer – erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. So können wir insbesondere im Sommer sehr viele Fahrradtouristen in Wildeshausen beobachten. Aber auch bei unseren Bürgern sind die Rad- und Wanderwege sehr beliebt“, nennt Hennken Gründe für den Bau des Radwegs.

Angesichts der Verkaufszahlen von E-Bikes in Coronazeiten überrascht dieser Trend den Ratsherren nicht. Die Radwanderwege erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass der Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest massiv in die Organisation und Ausschilderung von Touren und ein Knotenpunktsystem investiert hat. „Insbesondere für Tagestourenfahrer wäre eine Erweiterung des Hunte-Radweges eine Bereicherung“, betont Hennken. Durch das E-Bike werde der Tourenradius schließlich größer. So könnten E-Biker mit Start in Oldenburg und Ziel Dümmer in Wildeshausen Rast machen und somit zur Stärkung der Gastronomie in der Innenstadt beitragen. Auch könne ein „Premium-Radweg“ entlang der Hunte als schnelle Verbindung zwischen Colnrade und Wildeshausen dienen und somit Bestandteil des Radschnellwegenetzes im Landkreis Oldenburg sein.

Deswegen soll die Stadt Gespräche mit der Gemeinde Colnrade aufnehmen und anschließend in die Planungen einsteigen. Der CDW-Ratsherr hat hinsichtlich der Baukosten Fördermittel im Blick. „Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur stellt im Rahmen des Sonderförderprogramms ,Stadt und Land‘ insgesamt 657 Millionen Euro bis Ende 2023 zur Stärkung des Radverkehrs bereit. Rund 65 Millionen Euro werden davon auf Niedersachsen entfallen“, so Hennken. „Von diesem Fördertopf könnten wir maßgeblich profitieren.“

Bereits im Herbst 2018 hat die CDW einen Anlauf in dieser Sache unternommen, aber keine Mehrheit für ihre Pläne gewinnen können. „Wir hoffen, dass auch die anderen Vertreter im Rat nunmehr die Zeichen der Zeit erkennen und dabei unterstützen, die Stadt Wildeshausen zu einer fahrradfreundlichen Kommune zu machen“, sagt Hennken.

Ob das den Heimatbund überzeugen wird, ist fraglich. Sicherlich sei es sinnvoll, Fördermittel „abzugreifen“, findet Schäfer. Das könne für die Bürger der Region Vorteile bringen. „Allerdings fordern wir seit 20 Jahren einen Radweg entlang der Kreisstraße 5 zwischen Harpstedt und Colnrade, um die Schulwege unserer Kinder sicherer zu machen – dafür wären die Fördergelder sinnvoll eingesetzt“, ärgert sich der Vorsitzende.

Außerdem befürchtet Schäfer, dass der Umweltschutz auf der Strecke bleibt, denn Touristen würden jede Menge Müll hinterlassen. Er verweist auf die jährlich notwendigen Sammlungen entlang der Hunte. Und sollte die Wiederansiedlung eines oder mehrerer Storchenpaare in den neu angelegten Horsten rund um Wildeshausen gelingen, „brauchen wir gerade die unberührten Rückzugsgebiete an Flüssen und Auen“. Der Landkreis Oldenburg sei seit Jahrzehnten im Bereich zwischen Colnrade und Wildeshausen aktiv, um diese Gebiete wieder anzulegen. Jeder menschliche Eingriff bewirke aber das Gegenteil, ist sich Schäfer sicher, der anbietet, der CDW-Fraktion die Radfahrwege und die Naturschutzgebiete durch Naturwanderungen zu zeigen.

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