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CDU möchte Landlärm als Kulturgut anerkennen

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Von: Dierk Rohdenburg

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Treckelärm auf dem Land: In Zukunft Teil des geschützten Kulturguts?
Treckelärm auf dem Land: In Zukunft Teil des geschützten Kulturguts? © dpa

Landkreis – Der Vorsitzende der CDU im Landkreis Oldenburg, Philipp Albrecht, fordert, das Landleben als kulturelles Erbe zu schützen. Damit könnten unter anderem Streitfragen und gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden, meint er.

Albrecht betont in einer Pressemitteilung vom Wochenende, man könne dem französischen Vorbild folgen. „Das traditionelle Dorfleben und die unmittelbare Nachbarschaft zur Landwirtschaft prägen unsere Region seit unzähligen Generationen. Während die hiesige Bevölkerung das Landleben und damit verbundenen Immissionen in Sachen Lärm und Geruch gewöhnt ist, leben mittlerweile immer mehr Menschen hier, denen die traditionellen Geräusche auf dem Land fremd sind und diese nicht länger tolerieren wollen“, so Albrecht.

Philipp Albrecht.
Philipp Albrecht. © Albrecht

In der Folge komme es regelmäßig dazu, dass sich Gerichte der unterschiedlichen Ebenen mit solchen Streitfragen auseinandersetzen müssten. Mal krähe der Hahn zu laut, woanders störe der Lärm des vorbeifahrenden Treckers beim Sonnenbad, oder die Kühe auf der Weide irritierten die eigenen Haustiere.

Damit könnte man Gerichte entlasten

Zur Entlastung der ohnehin überlasteten Gerichte sowie zum Erhalt der bestehenden Strukturen fordert der CDU-Kreisverband, ortsübliche Emissionen des Landlebens als kulturelles Erbe zu schützen. „Dies erschwert Klagen, Verbote und bürokratische Einschränkungen auf dieser Grundlage erheblich“, so Albrecht. Frankreich habe mit der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes Maßstäbe gesetzt. Dort gelte Landlärm im üblichen Maße nun nicht mehr als Lärm, sondern als erhaltenswertes Kulturgut. Eine ähnliche gesetzliche Regelung ließe sich auch in Deutschland umsetzen. „Eine entsprechende Petition mit 70-000 Unterzeichnern zeigt, dass dieses Vorhaben bei der Landbevölkerung auf viel Zustimmung trifft. Nun ist die Politik gefragt, dem Beispiel der Franzosen zu folgen und den Erhalt der Dörfer und Bauerschaften durch ein solches Gesetz zu fördern“, fordert Albrecht.

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