Hauptschule Wildeshausen verabschiedet Bernard Werner

„Das Bütterken gehört schließlich immer dazu“

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Mit der Rikscha wurde Bernhard Werner am Mittwoch unter Jubel-Rufen vorgefahren.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Woran kann die Beliebtheit eines Lehrers erkannt werden? Diese Frage war am MIttwoch vor der Wildeshauser Hauptschule schnell beantwortet: Mit tosendem Beifall, bunten Fähnchen und „Herr Werner!“-Rufen wurde Konrektor Bernard Werner von den Schülern an seinem letzten Arbeitstag empfangen. Vorgefahren wurde er von einer Kollegin mit einer Rikscha.

„Ich kann das gar nicht glauben, dass wir Herrn Werner nach den Ferien nicht mehr hier sehen“, war aus den Reihen zu hören. Denn während die Schüler am Mittwoch in die Ferien verabschiedet wurden, war es für „ihren“ Konrektor der letzte Arbeitstag, der fast 64-Jährige geht in den wohlverdienten Ruhestand. Immer wieder musste er Hände schütteln, Schulterklopfer hinnehmen und sich mit Luftschlangen schmücken lassen. Und sein Markenzeichen, seine Brotdose, wurde ihm dann von einer Kollegin in sein Büro „nachgeliefert“. „Ja, das Bütterken gehört stets dazu“, so Werner.

So wirklich glauben konnte auch Schulleiterin Dorit Hielscher den Abschied nicht: „Wir waren jetzt viele Jahre hier zusammen. Und plötzlich ändert sich das.“

Wer Werner kennt, der nimmt ihm die Aussage vollends ab, dass er mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Schule verlässt: „Es waren wirklich schöne Jahre. Mir war es stets ein großes Anliegen, dass die Schüler zufrieden sind und gut auf ihr weiteres Leben vorbereitet werden.“ So habe er stets großen Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen nach ihrer Schulzeit auch einen Ausbildungsplatz bekommen. „Bernard war auch bei der Ausbildungsbrücke ein Mann der ersten Stunden und hat sich immer wieder für die Schüler eingesetzt “, so Hielscher.

„Es war früher eben nicht so, dass unsere Schüler so schnell eine Lehrstelle bekommen haben. Das hat sich im Laufe der Jahre zum Glück deutlich zum Positiven gewandelt“, betonte Werner. Es sei immer wieder sehr schön, wenn er nach Jahren ehemalige Schüler wiedertreffe, die sich überaus zufrieden äußern: „Nicht selten sind das Schüler, mit denen wir früher in der pubertären Zeit die eine oder andere Unstimmigkeit hatten. Aber von allen ist dann später zu hören, dass es alles richtig gelaufen sei.“ Sehr viele ehemalige Hauptschüler hätten ihren Weg gemacht: „Manche haben es bis zum Studium und zur Geschäftsführung gebracht oder sich sogar selbstständig gemacht.“

Werner wurde 1952 in Vechta geboren und absolvierte nach seinem Abitur das Lehramtsstudium, ehe er zur Ausbildung an eine Schule nach Bookholzberg ging.

1980 kam er an die Wildeshauser Hauptschule, an der er seit neun Jahren Konrektor gewesen ist. Unterrichtet hat er Wirtschaft, Technik und geschichtliche soziale Weltkunde. „Jetzt kann ich meinen Hobbys, der Fotografie und unserem Garten, wieder etwas intensiver nachgehen. Aber sicherlich wird es eine Umstellung werden, meine Ehefrau Gertrud ist bereits zu Hause, sodass wir gemeinsam die Freizeit planen können. Auf die Nerven werden wir uns sicherlich nicht gehen. Zunächst geht es nach Österreich in Urlaub“, so Werner.

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