100 Gäste hören beim Freundesmahl der Diakonie Himmelsthür interessante Ausführungen

Von Bürokratiemonstern und Märchen

Gäste und Veranstalter: Annette Ueberschär, Conny Sandvoss, Jörg Ahrendt-Uhde, Ines Trzaska, Jens Kuraschinski und Susanne Mittag (v.l.). Foto: Rinne

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Zu einem märchenhaften Freundesmahl hatte der Freundeverein der Diakonie Himmelsthür am Freitagabend in den Festsaal des Hauses „Elisabeth“ auf dem Diakoniegelände in Wildeshausen eingeladen. Über 100 Gäste waren der Einladung gefolgt. Unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski sowie der neue Goldenstedter Bürgermeister Alfred Kuhlmann. Die Diakonie war durch ihre kaufmännische Direktorin Ines Trzaska, den Regionalgeschäftsführer Niedersachsen-Nord, Jörg Ahrendt-Uhde, sowie durch den Heimbeirat vertreten.

Die Vorsitzende des Freundevereins Annette Ueberschär gab einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Einigen Bewohnern konnte durch den Freundeskreis wieder ein Urlaub ermöglicht werden. Die vor zwei Jahren angeschaffte Nestschaukel erfreue sich großer Beliebtheit, sodass mit dem Spendenerlös des Freundesmahls eine weitere Nestschaukel für die Tagesförderstätte Friesland angeschafft werden solle, so Ueberschär.

Arendt-Uhde wandte sich zunächst an Mittag. Das 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz (BTHG) solle Menschen mit Assistenzbedarf mehr Möglichkeiten bieten. Allerdings sei es für die im Betreuungsprozess eingebundenen Kräfte mit erheblichem Bürokratieaufwand verbunden. „Die ehrenamtlich tätigen Betreuer sind oft überfordert. Uns erreichen besorgte Hinweise vom Betreuungsverein und den Amtsgerichten, dass die Betreuer abspringen“, so Arendt-Uhde.

Aber auch die Profis der Diakonie haben mit dem Bürokratiemonster zu kämpfen. „Für uns bedeutet das BTHG einen immensen Mehraufwand“, beklagte der Geschäftsführer.

„Zehn Jahre ,Umwandlung großer Komplexeinrichtungen der Behindertenhilfe‘, eine märchenhafte Erfolgsgeschichte“, damit leitete Arendt-Uhde den erfreulicheren Teil seiner Rede ein. Die Diakonie hat seit Anfang 2009 zwölf Wohnprojekte realisiert. 205 Bewohner konnten in der Zeit vom Zentralgelände in dezentrale Wohnprojekte umziehen. Die noch 200 verbleibenden Menschen sollen in den kommenden drei bis vier Jahren ebenfalls dezentral untergebracht werden. Das nächste Wohnprojekt wird im Mai 2020 in Kirchweyhe bezugsfertig sein. Weitere werden in Goldenstedt, Hude (2021) und nochmals ein Projekt im Landkreis Diepholz folgen.

Getreu dem Motto des Abends hatte Arendt Uhde zur Nachnutzung des Zentralgeländes einen Wunsch: „Vielleicht findet sich ja ein kreativer, wohlhabender Investor.“ Der Geschäftsführer hob in diesem Zusammenhang die Herausforderungen an die Mitarbeiter in den Betreuungsteams hervor. Auf eine Kollegin der Verwaltung wird er allerdings in Zukunft verzichten müssen. Nach 42 Jahren Tätigkeit für die Diakonie geht Heide-Rose Elders in den Ruhestand. „Sie war ein Glücksfall für die Himmelsthür“, so Arendt-Uhde.

Unter dem Titel „Was Märchen erzählen von Freundschaft, Liebe und Glück“, führte Conny Sandvoß die gespannten Gäste in die Welt der Märchen ein. „Märchen sind eine kleine Mär – eine kleine Botschaft. In Norwegen heißen Märchen ,Eventyr‘. Sie erzählen vom Abenteuer Leben“, vermittelte die Erzieherin und Märchenerzählerin. Dabei behandeln sie zwei große Themen: Das eine handelt vom „eigenen Weg“, das andere vom „ewigen Kampf zwischen Liebe und Tod“.

Anschließend präsentierten Köche der Catering Gesellschaft Himmelsthür ein Büfett, das mit „Hexenmärchen-Kräuterbraten“, „Der Fischer und seine Frau Fischgerichte“ und „Prinzessin auf der Erbse-Risotto“ bewies, dass gute Küche keine Hexerei ist. Für die Musik sorgten Thomas Schlegel und Markus Häger.

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