Bürgermeister blickt optimistisch nach vorn/Wirtschaftsförderer stellt sich vor

Wildeshausen braucht sich nicht zu verstecken

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Hubertus Hess-Grunewald

Wildeshausen - Bei allen notwendigen und wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft: Wildeshausen hat schon jetzt allen Grund, selbstbewusst aufzutreten. Das betonte Bürgermeister Jens Kuraschinski beim Jahresempfang des städtischen Handels- und Gewerbevereins (HGV) am Dienstagabend.

„Wir brauchen uns vor anderen Städten in dieser Größenordnung nicht zu verstecken“, sagte Kuraschinski und nannte mit Vechta und Cloppenburg zwei Beispiele, deren Einwohnerzahl sogar noch etwas höher ist als die der Wittekindstadt. Er hob unter anderem die „tolle Infrastruktur“ und die schöne Innenstadt Wildeshausens hervor. Stolz sei er auch auf die mittelständische Wirtschaft und den Einzelhandel, die ein „sehr wichtiges finanzielles Standbein für die Stadt“ bildeten. Hier sei die Kommune sehr breit aufgestellt und dadurch vergleichsweise „krisensicher“.

Dennoch müsse die Stadt natürlich „einiges in Angriff nehmen“, wobei Kuraschinski den Ausbau des Stadtmarketings, die Entwicklung des Einzelhandels und den Bau des Urgeschichtlichen Zentrums hervorhob. Kulturelle und touristische Angebote sollten mehr als bisher in den Mittelpunkt gestellt, die Innenstadt weiter belebt, der Einzelhandel gezielt vorangebracht und attraktive Veranstaltungen etabliert werden.

Umso wichtiger sei es laut Kuraschinski, „mit allen Mitteln“ gegen die Abstufung eines Abschnitts der Bundesstraße 213 im Stadtgebiet vorzugehen. Für Wildeshausen würden dadurch Kosten von bis zu 100000 Euro pro Jahr anfallen. „Dieses Geld wäre besser in der Innenstadt angelegt“, erklärte Kuraschinski. In diesem Zusammenhang ging der Bürgermeister auch noch einmal auf das neue Einzelhandelsgutachten ein, das heute Abend im Stadtrat thematisiert wird. „Imposant“ seien aber bereits die Ergebnisse der zugrunde liegenden Studie, insbesondere die Prognosen zum wachsenden Nachfragepotential. Im Blick behalten müsse man die Verteilung der Verkaufsflächenanteile zwischen den Bereichen Westring (derzeit 57 Prozent) und Innenstadt (23 Prozent). Diese sollten besser vernetzt und gemeinsam gefördert werden. Daneben sei es vorrangiges Ziel, die Leerstände zu schließen, von denen es 2014 insgesamt 20 gegeben habe.

Große Unterstützung erhofft sich Kuraschinski dabei auch vom neuen Wirtschaftsförderer der Stadt, Claus Marx. Der 47-jährige Bassumer stellte sich direkt nach der Rede des Bürgermeisters noch einmal persönlich vor. Mitte des Jahres werde er seine Stelle voraussichtlich antreten, erklärte Marx. Er umriss seine bisherigen Berufserfahrungen in der Kommunalverwaltung, der freien Wirtschaft und der Politik. Marx war zunächst sieben Jahre im Bassumer Bauamt tätig, studierte dann Betriebswirtschaftslehre und arbeitet seither bei einer Bank. Daneben saß er fünf Jahre lang im Stadtrat. Bei der Kommunalwahl 2011 reichte es nicht für eine Wiederwahl. Im vergangenen Jahr kandidierte Marx für das Amt des Bassumer Bürgermeisters, unterlag jedoch bei der Stichwahl (wir berichteten).

Diese vielfältigen Erfahrungen wolle er als neue „Schaltzentrale und Ansprechpartner für die Wirtschaft“ nutzen. „Wildeshausen ist bereits gut bis sehr gut aufgestellt – aber das heißt ja nicht, dass es nicht noch besser werden kann“, berichtete der designierte Wirtschaftsförderer von seinen ersten Eindrücken.

Eine „Weltpremiere“ erlebten die Gäste anschließend zusammen mit dem Ehrengast des Abends, Hubertus Hess-Grunewald, Geschäftsführer bei Werder Bremen. Er hatte in einer zuvor noch nicht öffentlich gezeigten Präsentation die Neuausrichtung des Vereins seit 2010 skizziert und erläuterte vor allem die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen.

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