Bürgermeister besucht Malteser und Polizei/„Müssen die Arbeit wertschätzen“

Zugang legen: Kanüle wird ins Schienbein gebohrt

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Vor dem lockeren Plausch in der Wache ging es in den Rettungswagen. Jörg Arndt (links) und Stefan Röben (rechts) checkten bei Bürgermeister Jens Kuraschinski erst einmal den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung des Blutes.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Der Blutdruck ist voll in Ordnung, und die Sauerstoffsättigung des Blutes ebenfalls hervorragend: Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski ist topfit. Das jedenfalls bestätigten ihm Notfallsanitäter Jörg Arndt und Rettungsassistent Stefan Röben an Heiligabend während seines Besuches der Rettungswache des Malteser-Hilfsdienstes in Wildeshausen.

Zuvor hatte des Stadtoberhaupt schon das Polizeikommissariat besucht. Und Kuraschinski kam nicht mit leeren Händen, sondern hatte einen Karton mit einige Leckereien im Gepäck, um denen, die über Weihnachten, wenn andere feiern, Dienst „schieben“ müssen, die Tage etwas zu versüßen.

„Es ist wichtig, dass wir das, was geleistet wird, wertschätzen. Rund um die Uhr sind Polizei und Malteser an 365 Tagen im Jahr für uns alle im Einsatz und zur Stelle. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank“, so der Bürgermeister.

Rettungswachen- und Dienststellenleiter Georg Rehaag erzählte, dass es über Weihnachten fast immer dieselben Kollegen seien, die Dienst machen: „Das hat sich im Laufe der Jahre schon so eingespielt. Allerdings sind das für uns Tage wir jeder andere auch. Denn sicher ist, dass nichts sicher ist. Keiner kann sagen, was kommt und etwas kalkulieren.“ So sei es auch nicht der Fall, dass etwa an Heiligabend zu einer bestimmten Zeit vermehrt Einsätze anfielen.

„Allerdings ist es an den Feiertagen meistens so, dass wir bei Einsätzen in Familien sehr viele Familienmitglieder antreffen, da sie gerade zu Weihnachten stets zusammenkommen“, betont Arndt. Röben sprach davon, dass es leicht auch mal zu Unstimmigkeiten zwischen den Generationen kommen könne: „Oft sind es die jungen Leute, die uns anrufen, weil es einem Senior vielleicht nicht gut geht. Der aber will gar nicht ins Krankenhaus.“

Neu war dem Bürgermeister, dass die Malteser, wenn sie zum Beispiel zu einem Unfall ausrücken, von vor Ort abklären müssen, in welches Krankenhaus sie mit dem oder den Verletzten fahren können. „Nehmen wir einen Unfall auf der B213 in Wildeshausen an. Dann heißt es nicht automatisch, dass wir auch ins Johanneum fahren“, erklärte Rehaag. Es sei oft ein Ringen um die Betten.

„Vor Ort wundern sich dann Passanten, dass ein Sanitäter mit dem Handy am Ohr auf der Autobahn steht, während seine Kollegen einen Verletzten behandeln“, fügt Röben an. Das verursache hin und wieder schon etwas Kopfschütteln: „Natürlich ist das zu verstehen, die wissen ja schließlich nicht, um was es geht.“

Große Augen machte der Bürgermeister, als er hörte, dass zur Ausrüstung der Rettungswagen auch eine Art Mini-Akkuschrauber, ein „Ez-io“, gehört. Damit werden aber nicht etwa Reparaturen am Fahrzeug vorgenommen, sondern Knochen angebohrt. „Wenn wir Patienten haben, bei denen wir absolut keine Vene finden, um einen Zugang legen zu können, dann wird mit diesem Gerät eine Kanüle in den Knochen gebohrt“, erklärt Rehaag. Durch diesen Zugang werde der Patient über das Knochenmark mit den nötigen Medikamenten versorgt.

„Das Gerät kommt so etwa 20 Mal im Jahr zum Einsatz. Die Kanüle wird entweder ins Schienbein oder unterhalb des Schultergelenkes gesetzt. Wobei es im Bein am günstigsten ist, weil dort sehr wenig Fett über dem Knochen ist“, so Arndt. Das Einbringen der Kanüle gehe sehr schnell über die Bühne.

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