Personalsituation entspannt sich ein wenig / Hilferuf des Trägervereins wirkt

Bürgerbus gewinnt neue Fahrer

Hartmut Spillner fährt seit 2012 den Bürgerbus.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Hartmut Spillner sitzt am Donnerstagmorgen am Steuer des Bürgerbusses. Am Bahnhof in Wildeshausen steigen nach und nach drei Fahrgäste ein, bevor der Fahrer seinen Achtsitzer in Richtung Katenbäker Berg in Bewegung setzt. Der Bürgerbus hat im Januar 2019 erstmals die 1 000-Nutzer-Marke im Monat geknackt. Das Angebot hat sich seit der ersten Fahrt im August 2011 nach und nach etabliert. Ein Problem ist allerdings schon seit Längerem die geringe Anzahl an Fahrern. Das Personal ist auf Kante genäht. Deswegen verschickte die Vorsitzende des Bürgerbusvereins, Renate Hocke, im November einen Hilferuf. Und der Slogan „Dann fahr du doch“ hat Wirkung gezeigt, wie sie auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt.

„Zwei Personen sind jetzt mit ihrem Gesundheitstest durch“, freut sie sich. Die beiden würden schon fahren, aber noch von erfahrenen Kollegen begleitet werden. Dabei gehe es um Feinheiten des Tarifsystems und ein bisschen Routine, so Hocke.

Drei weitere Interessierte müssen noch medizinische Untersuchungen über sich ergehen lassen oder sind nicht mit letzter Sicherheit mit an Bord. Termine beim Arzt seien nicht in ein, zwei Wochen zu bekommen, sagt Hocke. „Das bremst uns aus.“

Der Verein verfügt ohne die beiden Neuzugänge über 15 Fahrer. Das bedeutet bei 15 Schichten (jeweils vier Stunden) pro Woche, dass jeder ran muss. „Da darf keiner in Urlaub gehen oder kurzfristig ausfallen“, sagt Hocke. Aber das passiert natürlich. Einige Ehrenamtliche übernehmen deswegen Doppelschichten.

„Wir machen zurzeit nur, was möglich ist“

Wegen der Interessenten hat die Vorsitzende Pläne, den Fahrplan aufgrund des Fahrermangels einzuschränken, erst einmal fallen gelassen. Allerdings bleibt sie vorsichtig. „Für eine komfortable Situation bräuchten wir 25 aktive Fahrer.“ Sollte es dazu kommen, kann sie sich auch vorstellen, das Angebot des Vereins zu erweitern. „Wir würden neu auf die Stadt gucken. Zurzeit machen wir nur, was möglich ist.“ Dabei denkt sie auch an den Klimawandel und grundsätzliche Veränderungen in Fragen der Mobilität.

Grundsätzlich versuchen Hocke und die anderen Mitglieder, die Routen zu optimieren. So wäre es denkbar, auf die Verlagerungspolitik der Diakonie Himmelsthür in die Innenstadt zu reagieren und die Haltestelle dort nicht mehr anzufahren – auch weil die Heilstättenstraße einen Umweg für die Busse bedeutet. Tafel-Kunden könnten das Angebot zwar am Ausgabetag (Donnerstag) nutzen, aber „auch diese müssen für die Fahrt bezahlen. Das merken die sofort im Portemonnaie“, sagt Hocke.

Zu den Fahrgästen gehören nicht nur, aber durchaus vermehrt, ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. „Gerade diese Leute sind auf uns angewiesen“, betont die Vorsitzende, die sich wünscht, dass nicht alle Senioren morgens den Bürgerbus gleichzeitig nutzen. Bei drei, vier Rollatoren könne es in den Achtsitzern schnell eng werden.

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