Wiedereröffnung am Übergangsstandort / 15 000 Medien transportiert

Bücherei ins Waltberthaus umgezogen

Tatkräftige Hilfe: Susanne Joost packt mit einer Auszubildenden von Hermes an.
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Tatkräftige Hilfe: Susanne Joost packt mit einer Auszubildenden von Hermes an.

Wildeshausen – Die Vorbereitungen für die Renovierung der öffentlichen Bücherei Wildeshausen schreiten mit großen Schritten voran. Der Umzug ins Waltberhaus ging am Samstag über die Bühne, organisiert durch die Leiterin der Bücherei Britta Reussing und Kirchenprovisor Bernhard Kramer. Die katholische Kirche ist Träger der öffentlichen Einrichtung. Am Montag soll am Übergangsstandort wieder geöffnet werden (montags bis freitags 10 bis 12 und 13 bis 18 Uhr). An der Burgstraße soll ab dem 26. August wieder der normale Betrieb weitergehen.

„Wir möchten uns ausdrücklich bei der Firma Hermes Systeme für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken“, lobte Kramer. Das in Wildeshausen ansässige Unternehmen bietet unter dem Motto „HERMES hilft“ seine personelle und finanzielle Hilfe für diverse Projekte und Aktionen an. „Wir haben beispielsweise im Frauengefängnis in Vechta oder im Altenpflegeheim in Visbek ausgeholfen. Darüber hinaus spenden wir auch für internationale Projekte“, sagte die Personalerin Susanne Joost. Neben dem Personal ist sie auch für die Finanzbuchhaltung zuständig und hat am Samstag selbst mitangepackt. Mitgebracht hatte sie Auszubildende und Mitarbeiter von Hermes, die in einer Rekordzeit rund 280 Kisten ins Waltberthaus transportiert haben.

„In unserer Bücherei haben wir rund 15 000 Medien“, sagte Reussing. Um möglichst wenig Kisten zu packen, hatte die öffentliche Bücherei vorab einen Aufruf gestartet. „Unsere Kunden durften so viel wie möglich ausleihen, um uns den Umzug zu erleichtern. Gleichzeitig haben wir die Ausleihen bis zum 26. August verlängert.“

Zwar weiß Bibliothekarin Reussing 14 ehrenamtliche Helfer hinter sich, allerdings haben diese oftmals den Altersbereich 60 bis 70 Jahre erreicht und waren daher über die tatkräftige Hilfe sehr erleichtert.

Bevor die Kisten im Waltberthaus eintrafen, hatte das Büchereiteam die Büroausstattung und damit auch die Computer umgesiedelt. „Mithilfe der IT werden wir ab Montag wieder normal in die Ausleihe gehen“, wünschte sich Reussing am Samstag. Die neuen Möbel für die Räumlichkeiten an der Burgstraße kommen in der Woche vor dem Rückumzug an. „Um ab dem 26. August wieder in unseren modernen Räumen zu starten, werden wir eine Woche geschlossen haben“, plant die Leiterin. Bisher können die Liefertermine der Möbel noch eingehalten werden. Auf viel Resonanz ist der Aufruf gestoßen, die alte Ausstattung zu kaufen. Die angebotenen Regale sind bereits alle vergeben. Sie gehen an die Knaggerei, Privatpersonen und an andere Büchereien.

„Bei den Kisten haben wir uns Codes überlegt, um auch beim Rückumzug möglichst den Überblick zu behalten. Die bisherigen Regale sind 75 bis 90 Zentimeter breit. Zukünftig werden sie einen Meter lang und dafür niedriger sein“, sagte Reussing. Die Bücherei soll dadurch insgesamt offener gestaltet werden. „Die Besucher können sich auch besser in die Augen schauen“, hob sie hervor. Die Haupt- und Ehrenamtlichen rücken mit ihren Arbeitsplätzen weiter in die Raummitte, um näher am Kunden zu sein. Insgesamt soll durch das neue Konzept ein besserer Aufenthalt geschaffen werden. Das gilt auch für junge Besucher. Neben neuen Sitzmöglichkeiten wird ein Podest in der Eingangsnähe aufgebaut. Es bietet 15 bis 20 Kindern Platz, um das Bilderbuchkino zu verfolgen.

Elektronische Ausleihe nimmt zu

Im Waltberthaus werden die Bücher auf Tischen präsentiert. Um die Orientierung zu erleichtern, sind die Erwachsenenbücher auf der rechten Seite im Saal und die Kinderbücher auf der linken Seite zu finden. „Wir sind der niedersächsischen Online-Bibliothek angeschlossen und stellen mit insgesamt 150 Bibliotheken zahlreiche Medien. Unsere Bücherei kümmert sich dabei um das Zeitschriftenangebot“, sagte Reussing. Sollte ein gewünschtes Buch online nicht im Bestand sein, nehmen die Mitarbeiter die Wünsche gerne entgegen. Das Angebot wird auch vor Ort stetig aktuell gehalten. „Wir haben eine Kooperation mit unseren zwei Buchhandlungen in Wildeshausen und beziehen unsere Medien darüber. Der Renner bei uns sind die Tonie-Figuren, die wir über Schnittker am Markt erwerben“, erläuterte die Bibliothekarin.

Ältere Menschen entscheiden sich laut Reussing immer häufiger für Hörbucher. „In der Corona-Zeit konnten wir keine großen Ausleiheinbußen verzeichnen“, resümierte die Leiterin der Bücherei. Filme und Serien sowie Romane haben dabei häufiger den Weg in den Ausleihkorb gefunden. Die elektronische Ausleihe hat bereits heute die Gesamtzahlen aus dem vergangenen Jahr aufgeholt.

Von Tamino Büttner

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