„Verkettung sehr unglücklicher Umstände“

Rentnerin traut ihren Augen nicht: EWE bucht zwölffachen Betrag ab

Gisela Piepereit mit ihrem Stromzähler (links). Abgelesen wurde jedoch der Zähler rechts daneben. Foto: dr
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Gisela Piepereit mit ihrem Stromzähler (links). Abgelesen wurde jedoch der Zähler rechts daneben.

Zunächst erhielt Rentnerin Gisela Piepereit eine ungerechtfertigte Nachforderung ihres Stromanbieters in Höhe von 4078 Euro, die auch abgebucht wurde. Doch auch nach der Korrektur der Rechnung wollte die EWE weiter jeden Monat 373 Euro haben. Drei Monate versuchte Piepereit verzweifelt, eine Neuberechnung zu erhalten. Bis sich unsere Zeitung einschaltete.

Wildeshausen – Als Gisela Piepereit aus Wildeshausen am 2. Mai ihre Rechnung vom Stromanbieter EWE erhielt, war sie zunächst sprachlos. Die Rentnerin, die einen monatlichen Abschlagsbetrag von 30 Euro gezahlt hatte, erhielt für einen Ein-Personen-Haushalt eine Nachforderung von 4078,49 Euro und die Ankündigung, dass nun 373 Euro monatlich zu zahlen sind.

„Das konnte ja nicht stimmen“, wusste sie sofort und meldete sich bei der Servicestelle des Stromanbieters. „Der Mitarbeiter hat auch gleich erkannt, dass es sich um einen Dreher bei der Zählernummer handelte“, erinnert sich Piepereit. Er versprach mir, dass die Rechnung korrigiert wird und ich beruhigt in den Urlaub fahren kann.“

In Hooksiel angekommen, stellte die Wildeshauserin jedoch fest, dass ihr am 22. Mai 4451,49 Euro abgebucht wurden. „Das Konto war extrem überzogen worden. Ich bekam kein Geld mehr“, so Piepereit. Sie ließ die Summe zurückbuchen, und als dann am 28. Mai eine neue Rechnung kam, die ihr nach Abzug der Monatsabschlagszahlung von 30 Euro ein Guthaben von 78,65 Euro bescheinigte, schien alles in Ordnung zu sein. Dass aber wohl doch nicht alles korrekt gelaufen war, ließ sich daran erkennen, dass der neue Abschlagsbetrag monatlich drei Euro hoch war. Nach einem erneuten Anruf teilte die Serviceabteilung mit, dass dieser ab dem 1. August wieder 30 Euro betragen würde.

EWE-Abschlag beendet erste kurze Freude

Doch die Freude über das Ende der Probleme währte nur kurz. Zum 20. Juni buchte die EWE erneut einen Abschlag von 373 Euro ab, den Piepereit zurückbuchen ließ. „Was ist denn in ihrer Buchhaltung los?“, beschwerte sich Ehemann Thomas Piepereit, der nicht an der Neuen Straße wohnt. „Hiermit widerrufe ich die Einzugsermächtigung. Für alle Kosten, die mir durch ihre fehlerhafte Ablesung und ungerechtfertigten Abbuchungen sowie dem ständigen Ärger, die vielen Telefonate und E-Mails entstanden sind, erwarte ich einen Ausgleich“, schrieb Gisela Piepereit. Eine Antwort erhielt sie nicht. Aber einen Brief, in dem zusätzlich noch die Bankgebühr von 3,09 Euro in Rechnung gestellt wurde, die für die Nichteinlösung der Bankanforderung entstanden war.

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Die letzte Mahnung erreichte Piepereit am 13. August. Als sie erneut beim Servicecenter der EWE anrief, riet man ihr, die Summe zu begleichen, um dann eine Rückforderung vornehmen zu können. Eine Stornierung der Forderung sei auf jeden Fall technisch nicht möglich.

EWE kündigt persönliche Entschuldigung an

EWE-Konzernsprecher Dietmar Bücker bestätigte auf Nachfrage unsere Zeitung den geschilderten Sachverhalt. „Durch eine Verkettung sehr unglücklicher Umstände, die sowohl personeller als auch systemtechnischer Natur waren, hat EWE nach Bekanntwerden der fehlerhaften überhöhten Rechnung auch den darauf basierenden überhöhten Abschlagsbetrag zunächst nicht angepasst“, teilte er mit. „Der Fall ist jetzt aber bereits bereinigt. Das heißt, Frau Piepereit zahlt wieder ihren üblichen Abschlagsbetrag von 30 Euro. Für den ganz ohne Frage von uns gemachten Fehler wird ein EWE-Vertreter Frau Piepereit aufsuchen und sich bei ihr offiziell entschuldigen. Zudem haben wir ihr für ihre Unannehmlichkeiten und den ihrerseits betriebenen Aufwand bereits eine Gutschrift von 30 Euro überwiesen.“

Bücker bedauert, dass Fehler auch im Massenkundengeschäft immer wieder einmal passieren. „Davor ist auch EWE nicht gefeit. Wir nehmen solche Fälle jedoch – im Hinblick auf unser Qualitätsmanagement – sehr ernst“, teilte er mit.

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