Team möchte Verwendung vermeiden

Buchhandlung „bökers“ will weg vom Plastik

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Buchhändler Jens Fröhlke mit der Folie, in die viele Bücher eingeschweißt sind.

Wildeshausen – „Eine Buchhandlung lässt die Hüllen fallen“, sagt Buchhändler Jens Fröhlke von „bökers am Markt“. Er will, dass das Geschäft in der Wildeshauser Innenstadt plastikfrei wird. Problematisch ist dabei, dass ungefähr die Hälfte aller neuen Bücher in Folien angeliefert und verkauft wird.

„Wir werfen die Folie brav in den gelben Sack und haben das gute Gefühl, etwas für die Umwelt getan zu haben. Jedoch werden gerade einmal 15 Prozent davon recycelt.“ Der größere Teil würde in Länder zum Beispiel in Asien exportiert und lande in der Umwelt. „Plastik ist gerade in aller Munde, wortwörtlich“, beklagt Fröhlke, dass Menschen den Kunststoff über die Nahrungskette aufnehmen würden.

Um ein Zeichen zu setzen, plant der Buchhändler für Samstag, 28. September, den ersten Schritt auf dem Weg zum plastikfreien Geschäft. „Wir werden als erste Maßnahme ab diesem Tag alle Folien von den Büchern entfernen und möglichst keine folierten Bücher mehr herausgeben.“ Und was passiert mit dem Kunststoff? „Die Folien sollen gesammelt und mit vielen Infos ausgestellt werden. Gleichzeitig werden wir Handelspartner auf unser Projekt aufmerksam machen und sie motivieren, mitweltfreundliche Alternativen in der Präsentation zu finden und zu etablieren“, führt Fröhlke aus. Bis zum Frühjahr hofft er, Alternativen zu eingeschweißten Grußkarten zu finden.

Auch die Öffentlichkeit soll an der Maßnahme teilhaben können, weswegen Fröhlke Interessierte am Starttag ab 10 Uhr willkommen heißt, „zusammen mit uns die Folien zu entfernen und Ideen zu teilen. Wir laden ein, diesen ersten Schritt mit uns gemeinsam zu gehen.“ Er hofft auf Vorschläge, wie man – auch im Haushalt – auf Plastik verzichten kann.

Das Team von „bökers“ werde zeigen, wie eine Tragetasche aus einem T-Shirt in wenigen Minuten ohne Nadel und Faden entsteht. Alte Oberteile können in der Buchhandlung abgegeben werden. „Es darf an diesem Samstagmorgen ein kleiner Markt der Möglichkeiten entstehen, mit guten Ideen und Tricks Müll und insbesondere Plastik zu vermeiden“, so Fröhlke.

„Wir, als Unternehmer, sehen uns als Mittler zwischen Konsumenten und Herstellern/Vertrieben/Großhändlern und möchten die Diskussion mit unserer Aktion anregen“, sagt Fröhlke, der sich schon lange für die Umwelt und ein ressourcenschonendes Leben engagiert. Bei den ersten Fridays-for-Futures-Protesten in Wildeshausen war er maßgeblich mit beteiligt und steht auch heute noch oft freitags auf dem Marktplatz, um über Ökologie und Nachhaltigkeit zu reden.

Angesichts der Verschmutzung der Umwelt durch Plastik hält der Buchhändler es für wichtig, zu handeln. „Frischhaltefolie gibt uns das Gefühl von Sicherheit. Wie trügerisch, denn jeder von uns verspeist wöchentlich die Plastikmenge einer Geldkarte. Es ist Zeit, den Plastikwahnsinn zu stoppen und zu überlegen, Plastik nur noch dort einzusetzen, wo es keine Alternativen gibt.“

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