Gemeinsam Folien von den Büchern entfernt

Buchhandlung „bökers am Markt“ lässt Hüllen fallen

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Martina Marischen, Lene Hjortskov, Jens Fröhlke und Karo Bauer (v.l.) entsorgen die Plastikhüllen.

Wildeshausen – Pünktlich zur Ladenöffnung um 10 Uhr sollte in der Buchhandlung „Bökers am Markt“ in Wildeshausen die Aktion „Eine Buchhandlung lässt die Hüllen fallen“ starten. Doch die Aktion musste noch etwas warten, als Lene Hjortskov vom Aufstellen der Außenwerbung in den Laden kam.

„Ich brauche mal eben ein paar kräftige Helfer“, sagte sie mit auffordernder Geste in die Runde. Der Grund war ebenso ärgerlicher wie überflüssiger Natur. Einige „Nachtschwärmer“ hatten im Durchgang zum Gildeplatz wieder einmal einen der großen Blumenkübel umgekippt. „Das können Sie ruhig auch mal in die Zeitung bringen. So etwas passiert fast jedes Wochenende in der Innenstadt“, meinte Buchhändler Jens Fröhlke, nachdem das Plastikgefäß mit vereinten Kräften wieder aufgerichtet worden war.

Um Plastik und gemeinsames Handeln ging es auch in der bereits erwähnten Aktion. Etwa 50 Prozent der Buchtitel sind immer noch in Plastikfolien eingeschweißt. „Nur wenige Verlage liefern die Bücher inzwischen ohne Plastikverpackung aus. Zum Teil werden sie heute mit einer Papierbanderole versehen“, informierte Fröhlke, der privat vorlebt, was er von den Verlagen einfordert. Ein Leben ohne Plastik.

So kam er auf die Idee, von allen Büchern die Folien zu entfernen und in einem Aquarium auszustellen. Das Team von „Bökers“ machte am Samstag fleißig mit. Lene Hjortskov, Martina Marischen, Karo Bauer, Alea Bahrs und Aurora Sgro holten einen Band nach dem anderen aus den Regalen, entfernten die Folien und warfen sie in das Aquarium. Das Team hatte dabei sichtlich Spaß, denn Fröhlke sorgte für allerlei Schabernack.

Der Buchhändler legt Wert darauf, seine Aktionen nicht mit erhobenem Zeigefinger und moralinsaurer Mine zu versehen. „Es geht hier um einen Wertewandel, und ich möchte, dass die Leute mit Spaß und Freude zu einer anderen Haltung kommen“, betonte Fröhlke und klemmte sich einen Folienfetzen hinter die Brille.

Dass er nicht im Alleingang für ein Umdenken bei den Verlagen sorgen kann, ist ihm klar. Er will aber ein Zeichen setzen und einen Anfang machen. Dafür ist er mit etwa 30 Kollegen in Kontakt getreten, die alle in der eBuch-Einkaufsgemeinschaft Mitglied organisiert sind, eine Genossenschaft aus fast 900 inhabergeführten Buchhandlungen.

Die Kommunikation mit den Kunden ist die zweite Säule. Und bei denen erntet er überwiegend Zustimmung. „Ich finde die Aktion sehr gut. Auf die Folie kann man genau wie auf die Plastiktüten verzichten. Ich bin absolut für mehr Nachhaltigkeit“, stellte Nadine Hellmig aus Harpstedt heraus. Fröhlke wird in den kommenden Wochen seine Kunden bitten, weitere Umweltschutz-Ideen einzubringen. Auf einem Zettel verfasst, sollen diese Ideen an das Aquarium geklebt werden.  hri

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