Buchhändler: Die schöne Innenstadt ist ein Magnet/Rückhalt vom HGV vermisst

450 Unterschriften gegen Baupläne am Markt

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Tanja Riemann, Lene Hjortskov und Birgit Blocksdorff (v.l.) mit einer alten Ansicht vom Wildeshauser Marktplatz.

Wildeshausen - Die Diskussion über einen möglichen Abriss von Wohn- und Geschäftshäusern am Wildeshauser Marktplatz wird – auch, wenn es gerade keine politische Beratung gibt – weiter kontrovers geführt. Mittlerweile hat die Buchhandlung „Bökers am Markt“ in der Kreisstadt 450 Unterschriften gegen den „Abriss von ortsbildprägenden Häusern“ am Marktplatz gesammelt.

„Die Leute unterhalten sich darüber“, hat Buchhändlerin Lene Hjortskov von „Bökers am Markt“ registriert. Der Laden befindet sich in dem Gebäude, das möglicherweise einem neuen Wohn- und Geschäftshaus weichen soll. Im Schaufenster zeigt der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen derzeit auf, wie sich das Gesicht des Marktplatzes im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert hat.

Unterdessen macht sich Mit-Inhaberin Birgit Blocksdorff von „Bökers am Markt“ Gedanken zur Suche nach einem Einzelhandels-Magneten für die Stadt Wildeshausen. Sie sieht jedoch in einem attraktiven Anbieter, der für die Kreisstadt gewonnen werden könnte, kaum die Lösung für Probleme. „Die Schwierigkeiten in der Innenstadt lassen sich nicht auf der Wirtschaftsebene lösen“, meint sie. Vielmehr sei es wichtig, gemeinschaftlich zu denken. „Der Magnet ist nicht ein neuer Händler. Der Magnet ist die schöne Innenstadt, die wir schon haben. Und unser Geschäft ist ein Teil davon“, findet sie. Viele Kunden kämen wegen des angenehmen Stadtbildes sowie der kleinen inhabergeführten Läden, die für die Menschen regionale Produkte anböten. Das könne man sicherlich noch deutlich steigern, indem man gemeinsame Aktionen startet, denn: „Ich als einzelner Händler habe keine Chance. Wichtig ist der Zusammenhalt.“ #

In diesem Zusammenhang vermisst Blocksdorff den Rückhalt durch den Handels- und Gewerbeverein Wildeshausen (HGV). „Was tut der HGV für seine Mitglieder?“, fragt sie und hätte es gut gefunden, wenn der Verein sich im Rahmen der Diskussion über einen eventuellen Abriss der Häuser am Marktplatz bei der Buchhandlung gemeldet hätte.

Zudem fragt sich Blocksdorff, ob im Falle eines Neubaus eines Wohn- und Geschäftsgebäudes noch ein Gildefest auf dem Marktplatz denkbar ist. „Wir haben eine Woche keine Einnahmen“, so Blocksdorff. Ob sich das zukünftige Einzelhändler auch bieten lassen, sei fraglich.

dr

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