Netzwerk hilft neu zugewanderten EU-Bürgern

Brücken bauen für bessere Integration

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Sozialpädagogin Silvia Nikolaev (2.v.l.) und Julia Logemann, Erziehungs-, Bildungs- und Sozialwissenschaftlerin (2.v.r.) bei einem Beratungsgespräch für neu zugewanderte EU-Bürger in Wildeshausen. 

Wildeshausen - Die zugewanderte bulgarische Familie, die Silvia Nikolaev und Julia Logemann heute aufgesucht hat, hat einige Fragen zur weiteren Lebensplanung in Wildeshausen: Die Mutter möchte die deutsche Sprache erlernen und erkundigt sich nach einem Sprachlernangebot und ihr Sohn soll im Kindergarten angemeldet werden – offene Fragen, bei deren Lösungsfindung die Beraterinnen des BIS (Brücken bauen – Integration stärken) den (neu) zugewanderten EU-Bürgern und ihren Kindern gerne zur Verfügung stehen.

Das BIS existiert nun seit mehr als einem Jahr unter der Trägerschaft der Stadt. Es ist eins von fast 90 deutschlandweiten Projekten gegen Armut und Ausgrenzung von EU-Bürgern und ihrer Kinder, denen durch dieses Informations- und Unterstützungsangebot sowohl das Einleben in Wildeshausen als auch der Zugang zum regulären Hilfe- und Beratungssystem und sowie Bildungs- und Betreuungssystem erleichtert werden soll.

Das Projekt in Wildeshausen wird überwiegend aus Mitteln des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) finanziert, zu weiteren Teilen sind aber auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie die Stadt Wildeshausen beteiligt.

Die Beratung des Projekts wendet sich überwiegend an (neu) zugewanderte EU-Bürger aus Bulgarien, da diese mit knapp 1 300 gemeldeten Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (Stand: Februar 2017) in Wildeshausen die größte Gruppe der Zugewanderten darstellen. Allerdings sind auch Zugewanderte aus anderen EU-Staaten willkommen und können sich mit Fragen oder Problemen an die Beraterinnen wenden.

Förderung der Teilhabe und Integration als Ziel

Die Zielsetzungen für das Projekt sind vor allem die Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in den Bereichen Bildung, Existenzsicherung und Wohnen, Gesundheitsvorsorge und soziales Miteinander. Auch der Abbau von Misstrauen, Ängsten und Unwissenheit der Menschen soll durch das Projekt gefördert werden, sodass Zugänge zur Gesellschaft und Integration erzielt werden.

Als Querschnittsziel ist außerdem die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern gesetzt.

Das BIS Netzwerk bietet vorrangig die Verweis- und Vermittlungsberatung an, um eine effektive und zielorientierte Vernetzung mit den Akteuren der regulären Hilfsangebote und der Versorgungsstrukturen in und um Wildeshausen herzustellen und um einen Zugang für die Kunden zu schaffen sowie eine „Brückenfunktion“ zu etablieren, anstatt ganz neue Angebote zu entwickeln und aufrecht zu erhalten. Die Themen umfassen Hilfestellung bei der Korrespondenz mit Behörden, Eltern-Kind-Angelegenheiten, Freizeitgestaltung, Sprachbildung, Gesundheit sowie Alltagsbewältigung.

Auch Besuche zu Hause

Neben der Beratungsleistung besuchen die beiden im Projekt tätigen Frauen auch Familien zu Hause oder suchen die Zielgruppe in den Wohnquartieren auf. Außerdem begleiten sie ihre Klienten nach Bedarf zu Terminen mit Behörden oder zu anderen Beratungseinrichtungen, kümmern sich um die Projektdokumentation für den Hilfsfonds, die Ministerien und die Kommune und gehen der Netzwerkarbeit nach. Auch kleinere Aktivitäten, wie ein Gruppenangebot für Schwangere oder Gesprächskreise im Rahmen von Frauenabenden werden von den Beraterinnen mit organisiert.

Für die übergeordnete Koordination des Projekts ist die Integrationsfachkraft der Stadt Wildeshausen, Michaela Kurwinkel, zuständig.

Die Maßnahme hat noch eine Laufzeit bis Ende 2018, obwohl wahrscheinlich auch weiterhin ein großer Bedarf herrscht, wie die bisherigen Beratungszahlen zeigen: In der Zeit von Juni 2016 bis August 2017 haben die Beraterinnen mehr als 1 250 Gespräche geführt und konnten oftmals hilfreiche Vermittlungsvorschläge für die Hilfesuchenden erzielen.

Dreimal wöchentlich Sprechzeiten

Dreimal wöchentlich werden in Wildeshausen offene Sprechzeiten für Beratungen auf Deutsch und Bulgarisch angeboten. Dienstags von 10 bis 12 Uhr im Treffpunkt Mittendrin an der Ringstraße 45. Mittwochs von 9 bis 12 Uhr in Zimmer 6 im Stadthaus, Am Markt 1, sowie freitags von 10 bis 12 Uhr im Treffpunkt Mittendrin an der Hermann-Ehlers-Straße 2. Der Kontakt zu den Mitarbeitenden ist telefonisch möglich unter 0152/38915474. Die E-Mail-Adresse lautet: bis@wildeshausen.de. Infos und der zweisprachige Flyer sind auf der Homepage der Stadt zu finden unter: www.wildeshausen.de/familie/familienpflege-und-integration/bruecken-bauen-integration-staerken.

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